1. MTB Marathon – geschüttelt statt gerührt


Beim ersten mal tut’s noch weh.

So ist der Untertitel meins ersten Mountain Bike Marathons. Der Satz ist ja ursprünglich von einem Waggershausen Song, aber er passt sehr gut zum aktuellen Fall. Ich bin 3 oder 4 Rennrad Wettkämpfe gefahren bis jetzt und ich wollte unbedingt auch mal ein MTB Rennen machen. Wo nehme ich teil wahr die Frage. Als langjähriges Mitglied im OK der Salzkammergut Trophy wußte ich um die Schwierigkeit der Goiserer Strecke. Also was leichtes suchen. Die Wahl  fiel auf den Voralpen MTB Marathon in St. Veit an der Gölsen (NÖ). Ein leichtes Rennen zum Einfahren nach der Winterpause steht auf der MTB Challenge Seite. Na dann passt es ja. St. Veit kannte ich noch gut von früher als ich noch für die Challenge Serie die Website betreute. Ich kannte also die örtlichen Gegebenheiten. Was es etwas einfacher machte. Allerdings nicht den Wettkampf. Da ich erst seit 3 Jahren am Rad unterwegs bin legte ich nicht viel Wert auf ein Highend Equipment und so kam ich mit meinem STAHL BRENNER BIKE OHNE FEDERUNG  aus dem letzten Jahrhundert ins beschauliche St.Veit an der Gölsen, südlich von St. Pölten.

Das Rennen

Ich reihte mich sicherheitshalber ganz hinten ein. Unter den bunten aktuellen Rennmaschinen sah mein Ofen ziemlich alt aus. Zurecht wie  sich zeigen sollte. Ganz hinten im Feld hat aber auch Vorteile. Der schönste ist das man viele überholen kann. Eine Weile zumindest. Der zweite ist auch schön, aber nicht Leistungsfördernd. Man kann nette Damen sehen die  langsamer sind, vermeintlich. Ich starte los mit meinem 70 Euro Rad (gebraucht gekauft im Herbst) und überhole auch wirklich viele. Das teuerste am Rad waren meine beiden Action Cams 🙂  vorne eine GoPro 7 Black, unterm Sattel eine Garmin Virb Ultra 30, welche leider versagte und keine Bilder lieferte. Um den Preis der Kameras kann man sich ein modernes  Rad kaufen. Tat ich aber nie, für mich war und ist immer noch der Sport wichtiger. Und eben die Dokumentation der Sport Events. Etwas mehr als 200 Starter  gehen auf die kurze (30km) lange Strecke. Kurz nach dem Start kommt gleich die erste Steigung. Ich überhole viele Teilnehmer die ein modernes Rad haben, dass macht mich zuversichtlich. Bergauf kann ich mich schinden. Das Wetter war auch angenehm kühl. Als die erste Abfahrt kommt, kommt auch der erste Rückschlag für die Moral. Es geht über eine sehr holprige Wiese runter. Ja ich weiß das gehört zu einem MTB Rennen, aber ohne wäre es mir lieber. Ich kann mich kaum am Rad halten, so arg werde ich durchgeschüttelt. Ohne Federung geht heutzutage also gar nix mehr. Ich nehme es zu Kenntnis. Genauso wie, dass mich jetzt die Damen überholen die ich eigentlich hinter mir eingestuft hatte. Auch die, die ausgesehen haben als würden sie Sport nur vom Volkshochschulkurs kennen. Ja ihr Damen ihr habt mir oder besser gesagt meinem Material die Grenzen aufgezeigt. Die Sportler überholten mich als schwebten sie über Stock und Stein. Da war ich schon ein bisschen neidisch.

Bergauf ging es wieder besser. Ich konnte viele wieder einholen. Dann ging es wieder eine Wiese runter. So steil das ich dachte, ich bin auf einer Skipiste. Wo ich bremse lassen es die anderen laufen. Ich versinke im Erdboden. Trage es aber mit Fassung. Die schöne Strecke mit wunderbaren Aussichten auf das Hügelland und Traisental interessiert mich mittlerweile nicht mehr. Nur aus den Augenwinkel nehme ich die Zuschauer und die schöne Landschaft wahr. Nach dem höchsten Punkt geht es in eine Wald Passage. Für mich völlig unnötig.  Gibt’s den keine Umfahrung ? Ich stolpere im Schritt Tempo über die Wurzeln, das war nicht Lustig. Die Streckenführung meint es nicht gut mit mir. Jetzt auch noch bergab auf Schotter Strassen!? Für viele eine mords gaudi, für mich völlig Sinnfrei. Warum ist hier sowenig Asphaltiert?Niederösterreich ist ein reiches Land 🙂 Scherz beiseite. Ich fürchte mich, ich mag das nicht, es ist rutschig. Nein.

Finale Furioso

Laut meiner Uhr bin ich schon nahe dem Ziel, 5 Kilometer noch. Die ziehen sich aber gewaltig. Immer wieder auffi und obi. Beim letzten Downhill auf Asphalt (wir sind wieder in der Zivilisation) spüre ich immer ein Motorrad hinter mir. Das laute Brummen macht mich unrund. Bin ich letzter? Bin ich so langsam?  Jein. Denn ich rette meinen Vorsprung vor dem Motorrad über die Ziellinie! Ich beende das Rennen kurz bevor der Sieger, der doppelt so langen Strecke, ins Ziel kam. Na – der war ja auch jünger 🙂

Ich ziehe eine ernüchternde Bilanz. Hinter mir sind nur noch eine Handvoll Teilnehmer ins Ziel getrudelt.  Ich verkrieche mich weit weg vom Zielbereich. Nur keine Interviews jetzt 🙂

Das Ende

Meine MTB Karriere ist somit auch schon wieder beendet. Rennrad fahren ist mir viel lieber. Ist zwar auch nicht ungefährlich, aber schon die Geburt ist gefährlich 🙂  Da weiß man auch nie wann und wie man ins Ziel kommt.

>> Voralpen MTB St.Veit an der Gölsen

>> Das Rennen auf Strava

 

Werbeanzeigen