GiroBiero 2019


Bier soweit die Füße kurbeln.

Bier und Radfahren. Für viele unvereinbar weil auf dem Rad nur die Zeit zählt. Für andere eine gute Mischung, wie sich im Rahmen des ersten GIROBIERO in Ried im Innkreis zeigte.

Der Girobiero ist eine Veranstaltung für historische Räder, meist Rennräder. Räder aus der harten Zeit, aus der Stahlzeit. Als die meisten noch dachten Carbon muss was mit Carbonara zu tun haben. Die italienischen Nudeln sind auch gut und viele Sportler inhalieren die Pasta auch gerne. Gemeint sind aber Räder an denen die Schaltung noch unten am Rahmen war, als man mit 10 oder 12 Gängen auch zufrieden war. Ich habe 2 alte Stahlräder in meinem Keller. Ein Peugeot und ein Olmo aus Italien. Beides Anfang der achtziger gebaut.

Olmo ist die Marke des gleichnamigen Guiseppe Olmo. Seines Zeichens Olympiasieger 1932 in Los Angeles. Im Unterschied zu meinem ersten Vintage Rennen heuer in der Wachau war es nur ein kleines Starterfeld. Gesamt waren es ca 70 Teilnehmer. Es gab eine kleine Runde mit 16km, eine Strecke mit 70 km und eine lange mit 90 Kilometer. Ich wählte natürlich die lange. Wenn ich schon mal da bin dachte ich mir. Und ich sollte Recht behalten. Es hätten auch 100 oder 150 sein können.

Girobiero, der Name ist Programm. Es geht um Bier und um das Rad. Mit Unterstützung des Tourismus Verbandes konnten einige Brauereien gefunden werden. Die Idee selbst kam vom ARBÖ Radclub Ried. Ein paar Retro Freaks hatten die Idee dazu. Zum Faible für Stahl lieferten sie auch noch geniale Orts und Strassen Kenntnisse. Das alles zusammen macht eine erfolgreiche Veranstaltung aus.

Unser kleines Grüppchen stand also am Start und ging begleitet durch ein schönes Oldtimer Auto auf die Reise.

Nach fünf Kilometern ging es schon ab in die Pampas. Wie man so gerne sagt wenn man von der Hauptstraße abbiegt. Die ersten Teilstücke auf Schotter. Wie bei allen solchen Retro Veranstaltungen ist auch hier die Strecke so gewählt das man nicht nur auf modernen Asphalt fährt. Schotterwege, kleine Nebenstrassen, Wiesen und Feldwege gehören immer dazu. Schließlich war bei der Tour de France früher auch nicht alles geteert.

Danach ging es weiter Richtung Westen nach Geinberg. Ich war alleine unterwegs und stand plötzlich mitten in einem dieser beliebten Märkte am Land, wo Asiaten Einheimischen Wollstutzen oder Gemüsehobel verkaufen wollen. Ich hatte als Einheimischer natürlich zu jedem Ort auf diesem Girobiero einen Bezug. Überall ist Verwandtschaft oder sind Schulkollegen zu Hause. Ich schob mein Rad durch die Standl und Kirchgänger und kam jetzt nach Altheim.

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Öst. Feuerwehr Rennrad Meisterschaft 31. August 2019


Teilnahme bei der Österreichischen Feuerwehr Rennrad Meisterschaft in Friedburg Bezirk Braunau in der Gäste Klasse. Es war einer der letzten Sommertage. Wunderschön aber sau heiß.  Das mag ich nicht. Würde lieber im Gras unter einem Busch liegen mit meinem Mädchen und die Seele baumeln lassen.

Am Start sah ich schon das hier keine normaler Rennrad Marathon stattfindet. Das ist eine  Meisterschaft. Ein Meisterschaft der Besten. Mit  ÖRV Rennkommissär. Aufstellung der besten in der ersten Reihe nach Aufruf. Ein paar Tage vorher machte ich mich mit der Strecke Vorort vertraut. Das half mir bei der Abfahrt. Aber das wars auch dann schon. Ich startete im 2. Block. Die Gästeklasse hatte einen eigenen.

Ich kurbelte von Beginn an mein gleichmäßiges Tempo. War aber dann doch gleich mal am Ende des Feldes angelangt.  Nach 5 Kilometer überholte mich der dritte Startblock. Aber aufhören war nicht im Plan heute. Bei 63 Km höre ich nicht auf. Eine Zeit unter 2 Stunden war im Kopf, aber nicht in den Beinen. Endlich einen 30er Schnitt fahren,das wär mein Wunsch ans Christkind. Wenn ich auch bergauf volles Tempo gefahren wäre, wäre sich das ausgegangen. Aber in Anbetracht der Temperaturen ließ ich das lieber sein. Und so hielt ich zwar ein paar gleichschwere Jungs in Schach bergauf und überholte ein paar aber nicht viele.  Denn der Downhill war mir zu gefährlich um Plätze gut zu machen. Nicht steil, er lud mich aber trotzdem nicht zum Pressen ein. Die Strasse war ein schmaler Güterweg. Ein Tanz auf Messers Schneide. Wenigstens war genügend Sturzraum vorhanden. Gott Sei dank war die schmale Strasse für den Autoverkehr gesperrt. Richtig Spass machte es immer nur die 3 letzten Kilometer der 10,5km langen Schleife. Die hatten ein leichtes Gefälle mit 5%. Da konnte ich mein Kampfgewicht und mein neues kultiges Celeste Farbiges  #Bianchi Rennrad perfekt in Szene setzen. Das ich hier schnell war sagten mir auch meine direkten Gegner mit denen ich mich Runde für Runde ein heißes Duell geliefert hatte. Bei der Zieldurchfahrt genoss ich den Applaus der Zuschauer und unterwegs bekam ich eine gute Frequenz attestiert. Das machte mich stolz. Am höchsten Punkt wurde  ich von den meist jugendlichen Fans frenetisch angefeuert. Die tranken fröhlich ein Bier und ich mein Wasser. Unfair ist diese Sportler Welt. Neben ein paar Handy Fotos machte ich auch Videos mit meiner Garmin Kamera. Die hatte ich unter dem Sattel montiert.

Das Rennen war zumindest ein Ausputzer wie man in der Wettkampf Szene sagt. Ein Härtetest für die 100km beim Eddy Merckx classic Rennen am Wochenende in Fuschl. Da bin ich dann wieder mit 2 Kameras im Einsatz. Garmin Virb ultra 30 unter dem Sattel und die Gopro 7 Black am Lenker.

Fazit:

Gesamtrang 130 von 160. Mehr ging nicht.  Die 50 Kilometer am Vortag hätte ich doch lieber bleiben lassen sollen. Bergab bin ich zu feige(max 65km/h). Bergauf zu schwer. Am flachen Terrain und im leichten Gefälle konnte ich meine Beinkraft (vom Ruder Training) gut einsetzen. Das neue (mein erstes Rennrad) #Bianchi ist sau schnell und super fesch kultig. Hab ich in diesem Passagen gegenüber der Konkurrenz gesehen.

 

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Wachauer Vintage Radtour


Auf dem Rad Zurück in die Zukunft

Greta freundlich wie fast immer reise ich mit dem Zug. Da das Rennen erst am Nachmittag ist geht das leicht. Ich bin in Mautern an der Donau in der schönen Wachau. Auf der anderen Flußseite liegt Krems. Mein Ziel heute ist „Vintage“ Rad Rennen. Auf alten Rädern, Baujahr vor 1987, fährt man ohne Zeitnehmung übers Land. Eine schöne Idee, weil immer muss ja nicht auf Zeit geradelt werden.

Das Rennen findet am Vortag der bekannten Wachauer Radtage statt.

Nach meiner Ankunft im Start Ziel Bereich fühle ich mich schon sehr wohl. Stahl soweit das Auge reicht. Ich hole meine Papier Startnummer und fixiere sie mit dem beigelegten Spagat. Das finde ich schon Mal sehr originell. Mein Rad muss vor dem Start noch zur Materialkontrolle. Jedes Rad Wird geprüft auf ein paar typische Kennzeichen der Zeit. Das ist zuerst das Material. Stahl muss es sein, Holz geht natürlich auch aber auf der langen Strecke eher selten zu sehen. Die Schaltung muss am Rahmen angebracht sein, die Seilzüge aussen. Das sind die wichtigsten Kriterien. Die Pedale sollten die klassischen Käfige sein mit Lederband. Die ersten clickpedale von Look gehen auch. Die kamen ja 1984 auf den Markt. Erwünscht ist natürlich die passende Kleidung. Und da war ich wirklich überrascht wie penibel und vernarrt die Radfahrer sind. Leser in meinem Alter fühlen sich in die goldene Zeit des österreichischen Radsports zurück versetzt. Im Internet werden hohe Preise für original Teile verlangt. Mittlerweile bin ich selbst von diesem Virus infiziert und suche auch nach originalen Stücken. Ich hab mir einen Leder Sturzring besorgt. Nachgebaut natürlich. Schaut lustig aus aber man wird bewundert.

Im steinernen Innenhof der Römerhalle stehen die Boliden aufgefädelt wie im Museum. Ein schöner Anblick, ein Blick zurück in die Zukunft. Mein Rad wird fachmännisch beäugt und gelobt. Ich grinse und bewundere selbst die anderen Legenden.

Wir starten los und fahren zuerst von der Polizei eskortiert über die Donau nach Krems rüber. Ich bekomme eine Gänsehaut als die Passanten, Ausflügler in der Altstadt uns zujubeln. Mit erhobenen Haupt radeln wir im schrittempo durch das Weltkulturerbe an der Donau.Danach geht es raus in die Weinberge.

Die Ortschaften sagen mir nicht viel auf der Strecke. Die Namen der Winzer dagegen schon. Teilweise ist es wie eine Reise durch mein Wein Lager. Nach 15 km auf der Landstraße mit viel Verkehr geht es endlich auf Nebenstraßen in die Weinberge. Idyllische Landschaft wie im Prospekt. Kleine Ortschaften große Lagen.

Nach einem kleinen Anstieg die erste Labstation bei einem kirchlichen Gedenkstein. Es gibt Traubensaft und Marillensaft. Erster Smalltalk mit den Teilnehmern. Ich sehe den ehemaligen Profi Thomas Rohregger. Stilsicher gekleidet auf einem hellblauen bianchi. Es wird ziemlich lange geratscht. Es dauert mir zu lange ich fahre weiter. An einer Weggabelung inmitten der Weinberge bleibe ich Stehen um ein Paar Impressionen festzuhalten. Mittlerweile befinden wir uns auf einem Weg zwischen den Weinreben. Schotter und Schlamm vom gestrigen Regen machen es schwer sicher bergab zu kommen. Die Steigungen und Abfahrten sind leicht zu bewältigen. Nur auf den Wegen zwischen den Weinbergen muss Man sich sehr konzentrieren. Ich komme an einem Radfahrer mit einem Patschen vorbei. Es stehen schon einige Teilnehmer herum und versuchen mit ihrer Luftpumpe zu helfen. Ich gebe ihm auch meine aber keine unserer Geräte funktioniert. Er muss leider warten. Wir fahren weiter. Was mich etwas stört das die Kommunikation zwischen den Radlern eher dürftig ist. Alle sind etwas reserviert zurückhaltend irgendwie. Einige Stücke fahre ich natürlich schon mit anderen Teilnehmern. Bei der Hälfte der Strecke ist eine Rast eingeplant. Hier erfüllt sich der Traum eines jeden retro Rad Freaks. In traumhafter Umgebung mit Stift Göttweig im Blick machen wir Pause in Maria Elend. Vor dem Gasthof sind die Räder in Reih und Glied aufgehängt. Bewundert von uns selbst und noch mehr von den Ausflüglern. Im Gasthof ist im großen Saal für uns gedeckt. Ich bin sprachlos.

Es gibt ein herrliches Österreichisches Heurigen Buffett mit Schnitzerl, Hendhaxerl, Schweinsbraten, Salaten. Unbeschreibliche Auswahl bestens gekocht. Ich nehme mir eine guten Ladung und setze mich hin. Zum Essen ist auch noch ein Getränk inklusive. Das Startgeld hat sich ausgezahlt. An meinem Tisch nimmt auch Thomas Rohregger samt Freundin Platz. Ganz ohne Starallüren wird getratscht. Ich teile ihm meine Bewunderung mit für sein RotweissRotes Trikot und Bianchi Rad. Er sagt mir es sei das Rad und Trikot von seinem Vater. Der ist damit österreichischer Staatsmeister geworden. Respekt. Zu uns gesellt sich auch noch Ideengeber und WM Medaillengewinner Bernhard Rassinger Platz. Er gewann 1987 bei der Heim WM in Villach Bronze im Mannschaftszeitfahren. In seinem Schlepptau Doppel Weltmeister aus den 90er Jahren Gianni Bugno! Er war sozusagen das Testimonial, der Werbeträger der Veranstaltung. Er nahm auch an der Ausfahrt Teil und signierte das Finisher Geschenk. Eine schöne retro Radkappe.

Nach dem Essen fuhr ich lange Zeit mit der Rohregger Gruppe mit. Machte auch ein paar Aufnahmen mit seinen Freunden. Märchenhafte Szenerie zwischen Schloss Göttweig den Weinberge und Marillen Bäumen. Das Wetter war Ideal und so kamen wir gut gelaunt dem letzten Streckenteil näher. Nach der flotten Abfahrt von Maria Elend ging es hügelig weiter. Die letzten zehn Kilometer ging es rasant mit ein paar scharfen Kurven bergab und Donau abwärts dem Ziel entgegen. Der Teil an der Donau war leider wieder auf der Bundesstraße. Vielleicht kann man hier etwas optimieren und auf Nebenstraßen ausweichen. Nach zweieinhalb Stunden kam ich glücklich ins Ziel. Ein paar mehr Kilometer täten der Strecke gut. Im Ziel gab es noch Marillen Knödel für alle.

Ich kann das rennen nur empfehlen und werde auch 2020 wieder teilnehmen.

Granfondo Stelvio Santini 2019


Es gibt Ziele im Leben die sind einem so wichtig das man vieles in Kauf nimmt. Eine Reise zu einem Radrennen nach Italien ist so ein Ziel. Radfahren in Italien ist das Paradies für Velo Freaks. Wenn du auf einem Berg radelst und dir unbekannte Menschen zujubeln muss es kein Traum sein, wahrscheinlich bist du gerade in Italien.

Ausgesucht habe ich mir den Granfondo Stelvio Santini. Der Begriff Granfondo stammt aus dem Italienischen, „fondo“ und bedeutet „Ausdauer“. Wir würden Radmarathon dazu sagen im deutschen Sprachraum. Italien, Auto und Sportfans wissen was das „Stelvio“ ist. Es handelt sich um das Stilfserjoch. Santini ist eine große Sportmarke in Italien.

wikipedia: Das Stilfser Joch ist ein Gebirgspass in den Ortler-Alpen. Mit einer Höhe von 2757 m s.l.m. ist das Stilfser Joch der höchste Gebirgspass in Italien und nach dem Col de l’Iseran der zweithöchste asphaltierte Gebirgspass der Alpen. Es verbindet Bormio im Veltlin (Lombardei) mit Prad im Vinschgau (Südtirol). Auf der Westseite mündet auf 2503 m die über den Umbrailpass kommende Straße von Santa Maria ein.

Fans der Automarke Alfa-Romeo verbinden damit das SUV Stelvio. Eine Hommage an den wohl beliebtesten Pass für Auto und Motorradfahrer. Neben den motorisierten Karawanen die sich im Sommer über den Pass schlängeln ist der Alpenpass auch für Rennradfahrer ein Mekka der Emotionen. Sagenumwobene Geschichten des Giro d` Italia tun das Ihrige um unzählige Sportler in den Vinschgau und ins Veltliner Tal zu locken. Neben diesen Gruppen vorn Sportlern gibt es noch eine weitere Gruppe von die es hierher zieht. Es sind Skifahrer. Da gehöre ich auch dazu und somit hatte ich den Plan zwei Fliegen mit einer Klappe zu erledigen. Der Pass ist im Winter gesperrt. Ende Mai bis Anfang Juni wird der Pass geöffnet und damit auch das Skigebiet am Stilfser Joch. Hier ist das EINZIGE reine Sommer Skigebiet Europas. Von 2800 bis 3400m, mit Loipen! Der Gletscher grenzt direkt an den Pass und ist Pilger Ort von tausenden Skifahrern im Sommer.

GranFondo Stelvio Santini
noch 4 Kilometer

Meine Reiseroute geht über Innsbruck ins Oberinntal Richtung Schweiz. Die Kurze Variante über den noch gesperrten Reschenpass geht leider nicht. Der viele Schnee in diesem Winter hat auch Nachteile. Es geht dem Inn entlang fast bis nach St. Moritz. Weiter über den Ofenpass nach Italien. Der Skiort Livignio ist der erste Punkt auf italienischem Boden. Von da geht es über den Passo di Foscagno  ins Veltliner Tal hinein. Das Radrennen startet in Bormio und geht über verschiedene Pässe und zum Schluss als Krönung zum Stilfserjoch rauf. So der Plan. Im Auto befinden sich neben dem ausgeliehenen Rennrad auch noch meine Alpin Ski und Langlauf Ski, Schnee und Rad steht am Programm. Ich sollte doch für mein xc-ski.de A|N Skimarathon Team eine Langlauf Reportage machen.

Bei meiner Ankunft im Hotel fallen sofort die vielen Radfahrer auf. Kein Wunder denn es sind ja 3000 Rad Enthusiasten im bekannten Skiort. Bormio ist natürlich vielen bekannt als Austragungort des Herren Abfahrtsrennen auf der berühmten „Stelvio“ im Skiweltcup. Ich bin überwältigt vom Ambiente und von der einzigartigen Stimmung im ganzen Ort. Am Tag der Anreise mach ich noch eine kleine Sightseeing Tour im sonst eher verschlafenen Ort im Veltliner Tal. Den so berühmten Bresaola Schinken mit Parmesan lass ich mir natürlich nicht entgehen. An einem der schönen Altstadt Plätze schmeckt er gleich noch viel besser.

Am zweiten Tag nehme ich mir eine kleine Ausfahrt vor, natürlich mit Berg. Leider habe ich mir die Karte nicht genau angeschaut und so wird aus der Ausfahrt eine erste Härteprüfung für Mensch und Maschine. Die mir unbekannte Strasse führte mich hinauf zu einer Mittelstation eines Skigebietes. Belohnt wird mein Schweiss mit einem grandiosen Panorama. Grüne, satte Wiesen wechseln sich ab mit einem Meer aus Frühlingsblumen. Zufriedene Kühe an den steilen Hängen und kleine Dörfer und Weiler machen es zu einem echten Höhepunkt auf meiner Reise. Der Blick schweift über das Tal nach Bormio und rauf zu den Schneebedeckten Bergen. Dreitausender reihen sich in einer Perlenkette auf gekrönt vom Ortler. Dem mit 3905 Metern ehemals höchsten Berg der K.u.K Monarchie! Wieder im Tal wird verwandelt sich mein Seelisches Hoch in ein Tief. Ich sehe das, dass Stilfserjoch geperrt wurde wegen Lawinengefahr. Das war vor ein paar Tagen noch nicht so. In den Gesichtern der Teilnehmer sehe ich eine Prise Wehmut und Trauer. Die Rennorganisation beschließt das Rennen auf einer Ersatz Strecke auszutragen. Die neue Strecke führt die ersten 40 Kilometer auf der original Strecke und geht dann hinauf zum Lago di Cancano. Der See liegt auf 1800 m und wird über eine kurvige aber nicht steile Strasse erklommen. Mit der Strassensperre wird mir aber auch klar das meine Skipläne geplatzt sind!

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1. MTB Marathon – geschüttelt statt gerührt


Beim ersten mal tut’s noch weh.

So ist der Untertitel meins ersten Mountain Bike Marathons. Der Satz ist ja ursprünglich von einem Waggershausen Song, aber er passt sehr gut zum aktuellen Fall. Ich bin 3 oder 4 Rennrad Wettkämpfe gefahren bis jetzt und ich wollte unbedingt auch mal ein MTB Rennen machen. Wo nehme ich teil wahr die Frage. Als langjähriges Mitglied im OK der Salzkammergut Trophy wußte ich um die Schwierigkeit der Goiserer Strecke. Also was leichtes suchen. Die Wahl  fiel auf den Voralpen MTB Marathon in St. Veit an der Gölsen (NÖ). Ein leichtes Rennen zum Einfahren nach der Winterpause steht auf der MTB Challenge Seite. Na dann passt es ja. St. Veit kannte ich noch gut von früher als ich noch für die Challenge Serie die Website betreute. Ich kannte also die örtlichen Gegebenheiten. Was es etwas einfacher machte. Allerdings nicht den Wettkampf. Da ich erst seit 3 Jahren am Rad unterwegs bin legte ich nicht viel Wert auf ein Highend Equipment und so kam ich mit meinem STAHL BRENNER BIKE OHNE FEDERUNG  aus dem letzten Jahrhundert ins beschauliche St.Veit an der Gölsen, südlich von St. Pölten.

Das Rennen

Ich reihte mich sicherheitshalber ganz hinten ein. Unter den bunten aktuellen Rennmaschinen sah mein Ofen ziemlich alt aus. Zurecht wie  sich zeigen sollte. Ganz hinten im Feld hat aber auch Vorteile. Der schönste ist das man viele überholen kann. Eine Weile zumindest. Der zweite ist auch schön, aber nicht Leistungsfördernd. Man kann nette Damen sehen die  langsamer sind, vermeintlich. Ich starte los mit meinem 70 Euro Rad (gebraucht gekauft im Herbst) und überhole auch wirklich viele. Das teuerste am Rad waren meine beiden Action Cams 🙂  vorne eine GoPro 7 Black, unterm Sattel eine Garmin Virb Ultra 30, welche leider versagte und keine Bilder lieferte. Um den Preis der Kameras kann man sich ein modernes  Rad kaufen. Tat ich aber nie, für mich war und ist immer noch der Sport wichtiger. Und eben die Dokumentation der Sport Events. Etwas mehr als 200 Starter  gehen auf die kurze (30km) lange Strecke. Kurz nach dem Start kommt gleich die erste Steigung. Ich überhole viele Teilnehmer die ein modernes Rad haben, dass macht mich zuversichtlich. Bergauf kann ich mich schinden. Das Wetter war auch angenehm kühl. Als die erste Abfahrt kommt, kommt auch der erste Rückschlag für die Moral. Es geht über eine sehr holprige Wiese runter. Ja ich weiß das gehört zu einem MTB Rennen, aber ohne wäre es mir lieber. Ich kann mich kaum am Rad halten, so arg werde ich durchgeschüttelt. Ohne Federung geht heutzutage also gar nix mehr. Ich nehme es zu Kenntnis. Genauso wie, dass mich jetzt die Damen überholen die ich eigentlich hinter mir eingestuft hatte. Auch die, die ausgesehen haben als würden sie Sport nur vom Volkshochschulkurs kennen. Ja ihr Damen ihr habt mir oder besser gesagt meinem Material die Grenzen aufgezeigt. Die Sportler überholten mich als schwebten sie über Stock und Stein. Da war ich schon ein bisschen neidisch.

Bergauf ging es wieder besser. Ich konnte viele wieder einholen. Dann ging es wieder eine Wiese runter. So steil das ich dachte, ich bin auf einer Skipiste. Wo ich bremse lassen es die anderen laufen. Ich versinke im Erdboden. Trage es aber mit Fassung. Die schöne Strecke mit wunderbaren Aussichten auf das Hügelland und Traisental interessiert mich mittlerweile nicht mehr. Nur aus den Augenwinkel nehme ich die Zuschauer und die schöne Landschaft wahr. Nach dem höchsten Punkt geht es in eine Wald Passage. Für mich völlig unnötig.  Gibt’s den keine Umfahrung ? Ich stolpere im Schritt Tempo über die Wurzeln, das war nicht Lustig. Die Streckenführung meint es nicht gut mit mir. Jetzt auch noch bergab auf Schotter Strassen!? Für viele eine mords gaudi, für mich völlig Sinnfrei. Warum ist hier sowenig Asphaltiert?Niederösterreich ist ein reiches Land 🙂 Scherz beiseite. Ich fürchte mich, ich mag das nicht, es ist rutschig. Nein.

Finale Furioso

Laut meiner Uhr bin ich schon nahe dem Ziel, 5 Kilometer noch. Die ziehen sich aber gewaltig. Immer wieder auffi und obi. Beim letzten Downhill auf Asphalt (wir sind wieder in der Zivilisation) spüre ich immer ein Motorrad hinter mir. Das laute Brummen macht mich unrund. Bin ich letzter? Bin ich so langsam?  Jein. Denn ich rette meinen Vorsprung vor dem Motorrad über die Ziellinie! Ich beende das Rennen kurz bevor der Sieger, der doppelt so langen Strecke, ins Ziel kam. Na – der war ja auch jünger 🙂

Ich ziehe eine ernüchternde Bilanz. Hinter mir sind nur noch eine Handvoll Teilnehmer ins Ziel getrudelt.  Ich verkrieche mich weit weg vom Zielbereich. Nur keine Interviews jetzt 🙂

Das Ende

Meine MTB Karriere ist somit auch schon wieder beendet. Rennrad fahren ist mir viel lieber. Ist zwar auch nicht ungefährlich, aber schon die Geburt ist gefährlich 🙂  Da weiß man auch nie wann und wie man ins Ziel kommt.

>> Voralpen MTB St.Veit an der Gölsen

>> Das Rennen auf Strava

 

Skadi Loppet 2019 – Genußtour im Bayrischen Wald


Kurz & bündig sollte mein Antreten beim diesjährigen Skadi Loppet sein. In der Heimat unseres xc-ski.de/A | N Skimarathon-Teams fand wie immer der Saison Abschluss der mitteleuropäischen Langläufer statt.

Ich hatte bei meinem vierten Antreten im Bayrischen Wald den ersten Doppelstart geplant. Die heurige Saison war wieder einmal von Unterbrechungen in der Saison geprägt. Nach dem großen Schneechaos im Jänner waren bei uns im Salzburger Land zuerst die Straßen gesperrt wegen der Schneemassen und dann auch noch die Loipen. Die geplanten Jänner Wettkämpfe waren in der Schneelawine begraben. Den Februar konnte ich wegen zwei Wochen Krankheit und Terminen nicht trainieren. So blieb mir nur noch der letzte Ausweg Skadi Loppet.

Skadiloppet Skating 2019

Freitags bei düsterem Himmel fuhr ich meinem ersten Langlauf Rennen der Saison entgegen. Mein erster Wettkampf der Saison war zugleich auch der letzte. Ich meldete mich nur zu den kurzen Strecken an, nur kein Aufgeben auf der Langdistanz war das Ziel. Die schönen Loipen am Bretterschachten sind in Läuferkreisen durchaus gefürchtet ob Ihren harten und langen Anstiegen. Eine „Wohlfühlstrecke“ ist es nicht. Zumindest nicht das Verhältnis Distanz zu Höhenmeter. Eine Herausforderung für Geist, Körper und Ski.

Das Rennen Samstag, 17km Skating

Der Samstag begann wie der Freitag aufgehört hatte. Mit starkem Regen und mit noch stärkerem Wind. Die Skating Ski hatte ich schon vor Tagen zu Hause in Salzburg gewachst. Die Wettervorhersage war einfach zu lesen für Samstag. Plusgrade und Regen waren keine Herausforderung für die Material Wahl. Aus dem bekannten Trainingsdefizit ordnete ich mich im letzten Startblock ein. In die Turbulenzen der ersten Abfahrt nach dem Start wollte ich auch nicht verwickelt sein. Mir waren Zeit und Platzierung nicht wichtig. Das Sein war wichtig. Das DABEIsein.

Die Strecke kannte ich ja und so schonte ich mich bis zur Halbzeit und lief viel in der Gruppe solange es ging. Erst nach Kilometer Zehn wurde ich offensiver. Ich ging öfters aus dem Windschatten heraus und kam mir nicht langsam vor. Da hat jeder sein eigenes Empfinden und seine eigene Vorstellung. Gewinnen werde ich weder die Gesamtwertung noch meine Altersklasse dachte ich mir. Warum sich total verausgaben, ich stellte mir vor ich wäre auf einer Genußtour durch den Bayrischen Wald. Die Touristiker unter den Lesern reiben sich die Hände. Das Wetter wurde die ganzen 17 Kilometer nicht besser, meine Leistung auch nicht wie sich später in der Ergebnisliste zeigen sollte. Rang 144 unter 220 Teilnehmern. 1:18 waren nicht ganz so schlecht aber eben auch nicht ganz gut. Ich war aber nicht enttäuscht, denn ich hatte am Nächsten Tag wieder ein Rendezvous mit der Loipe.

Das Rennen Sonntag, 24 KM Klassik

Die Sonne scheint, der Schnee schmilzt. Das war das Motto beim kurzen Klassiker. Und wenn ich schreibe Klassiker dann ist auch Klassik drinnen. Mit den zugegebener Weise schnellen „Schieber Zunft“ kann ich nichts anfangen. Sorry Leute. In unserem team sind begnadete Double Poling Spezialisten, so wie unser Bester Thomas Freimuth. Der ist damit schnell und landet auch immer am Stockerl damit. Respekt Kollegen, Respekt.

Nach dem Skating Rennen

In Ermangelung an einen der heißen Fellski grub ich meinen alten Klassiker aus dem Keller aus und gab ihm beim Frühstück den grünen Batz (Salzburger Jargon) für Klister. Aber keine Reise ohne Fehler, ich hatte das Bügeleisen zu Hause vergessen. Da der Skadi Loppet auch heuer wieder ein tolles Wachs Service anbot, brachte ich die Ski zum Master of Wax und der bügelte gekonnt drüber. Der Wachs Meister zog übrigens die Augenbrauen hoch als er die Menge an Grundklister sah, viel zu viel meinte er. Als Draufgabe gabs aber netterweise noch ein Nero XXX drauf.. Kenner wissen was ich meine.

Ob’s geholfen hat? Schwer zu sagen. Zumindest die ersten 10km war ich im Anstieg gut dabei, ich rutschte nicht zurück und war zufrieden mit Material und Körper. Aber das Blatt wendete sich. Ich wurde langsamer und langsamer, die Loipe versank zu Mittag in der Märzsonne und man musste schon sehr gut am Ski stehen um voran zukommen. Immer wieder gingen die Ski weg und ich blieb hängen im Sulz am Arber. Gott sei Dank geht das letzte Drittel der Strecke meist bergab. Hier kamen mir die mahnenden Worte des Waxing Jesus wieder in den Sinn. Der Ski stoppte mich derart bergab das mich viele überholten und ich ungewollte zum Hindernis mutierte auf der Loipe. Peinlich Sache.

Das Rennen habe ich natürlich beendet. Nicht schnell aber glücklich. In 2:06 auf Rang 173 von 260 Startern. Damit kann ich leben. Meine Frau auch, die war stolz und zufrieden vor dem Rennen undnach dem Rennen ☺

 

Crosslauf Landesmeisterschaft 2019


Ein Bewerb wo ich eigentlich nichts mehr verloren habe – Leistungsbezogen. Aber ich war dabei und hab richtig viel Zeit verloren. Im Interesse meiner Video Serie für den Oichtental Halbmarathon war ich dann mit RTS am Salzachsee. Mit meinem Hauptdarsteller Josef Eder drehten wir den vorletzten Teil der #roadtonussdorfchallenge. Ich bin verletzungs bedingt (Ferse links) schon lange nicht mehr gelaufen. Da fehlt mir natürlich das Training.  Gemeinsam mit Josef schleppte ich mich im5:30er Schnitt über die 6 Runden am Salzachsee. Der schwere Boden macht es nicht leichter. Die Ferse auch nicht. So kam ich am Ende des Feldes ins Ziel. War mir aber egal, den ausser mir hatte keiner ein Fernseh Team dabei.  Immerhin etwas.

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