Ramsauer Volkslanglauf 2018 – 30 km Skating


Wer am Boden liegt und wieder aufsteht  kommt stärker zurück

Das erste Rennen der Saison. Wo bin ich, wie stark bin ich? Das fragt sich wohl jeder Sportler zum Start der neuen Saison. Mit einem Fragen Karussell im Kopf reise ich ins steirische Herz der Langläufer. Ramsau am Dachstein – Austragungsort der Nordischen Ski WM 1999, Weltcup Station der Kombinierer. Unter den steilen Flanken des Dachstein liegt das Hochplateau der Cross Country Familie. Jährlich im Jänner treffen sich Hobbysportler um sich im Rahmen der TOUR DE RAMSAU zu messen. Dem einzigen Langlauf Mehrtages Rennen für Amateure. Freitagabends ein 2 km Sprint im WM Stadion. Samstag wählt man zwischen 10 oder 30 km Klassik. Sonntags dann das Finale mit 30 km Skating oder 10 km Skating. Man hat also die Möglichkeit sich zwischen einer kurzen und einer langen Tour zu entscheiden. Sehr Löblich! Da ich aber noch gar nicht weiß wo ich stehe meldete ich mich nur für den 30er Skating an. Nach Handknöchel Stauchung beim Rennrad fahren und einer Rippenprellung beim Langlaufen(!) ist der Herbst ohne nennenswertem Training vergangen.

Die Strecke war für mich neu, das war nicht so gut. Ich stehe bei bestem Wetter am Start, bewusst ganz hinten. Ich wußte ja nicht wie der Tag ausgehen wird. Später werde ich zu mir sagen: “Vorne wäre es besser gewesen“. Aber ok. Man ist auch mit 50 noch Lernfähig. Legende Alois Stadlober nimmt das Mikro in die Hand und begrüßt uns. Mit erhobener Stimme weist er uns darauf hin das es etwas eisig ist und das ein paar schwere Abfahrten auf uns warten. „Lasst eich Zeit!“ bei den kritischen Stellen. Eh klar, Vorsicht ist die Mutter der Carbon Ski und Stecken. Mit 200 anderen Skatern geht’s hinaus ins Langlauf Paradies. Wir teilen uns die ersten 5km mit dem 10km Feld. Dem entsprechend ging es zu wie in der Metro in Tokio.

Bei KM Sechs geht’s das erste Mal richtig rund oder besser gesagt bergab. Auf einer sehr schwarzen Loipe (rund um den Rittisberg) geht’s in eine Art Bob Bahn talwärts. Man fährt Pflug. Die Schnellen Füchse vorher sind wohl  noch in der Hocke gefahren. Es geht rasend schnell runter und schon sehe ich den ersten Läufer im Wald liegen. Das wird eine harte Nuß, dieser 30er. Zu den 30km kommen noch fast 700 Höhenmeter! Die müssen irgendwo bewältigt werden.

Ski Heil in der Bobbahn

Nach der ersten Abfahrt schlängelt sich die schöne Loipe den Rittisberg hinauf. Kehre um Kehre geht’s bis auf 1250m. Und wieder runter, jetzt sonnseitig, kitschig schön Richtung Sonnen Alm mit Labe Station. Kurz vorher sehe ich wieder einen Läufer schmerzverzerrt am Rand liegen. Die Rettung ist aber schon unterwegs. Ich meistere auch diese heikle Stelle und nehme etwas Tee zu mir.  Ich nehme mir vor es weiter ruhig anzugehen, nur nicht stürzen. Nach der Sonnen Alm sind 10km hinter mir und es geht wieder Richtung Ramsau. Das schlimmste ist hinter mir dachte ich mir. Aber dem war nicht so, das schlimmste stand kurz bevor! Etwas überraschend ging es nochmal in eine kleine aber umso schwierigere Abfahrt. Da Pflug gefahren wurde und es gefroren hatte in der Nacht war ich wieder in einer Bob Bahn. Ich bremste und bremste und da krachte es schon. So schnell konnte ich nicht „Ramsau“ sagen, lag ich im Graben. Da eine Rettungsgasse hier nicht Pflicht ist und auch kein Platz wäre rammte mich ein Läufer von Hinten und aus war‘s mit der Gaudi. Ich rutschte tiefer und tiefer. Mein erste Gedanke: „Sind die Ski kaputt?“ Nein sie waren noch ganz. Das passte schon mal, dann prüfte ich meine Knochen und spürte Schmerz. Mir tat der Allerwerteste doch sehr weh. Holy Shit. Die (Berg)Rettung stand Gottseidank bei allen kritischen Plätzen parat. Sie stützten mich und brachten mich in flacheres Gelände. Danke Buam. Nach zehn Minuten stand ich wieder und ab in den nächsten Downhill. Nicht mehr so schwer aber in Anbetracht der Vorgänge war es schon zaach! Und ich verlor damit „wertvolle Minuten“ und fast 20 Ränge. Aber nein, das war mir jetzt egal, Platz 140 oder Platz 160 was Solls. 

Das ist Langlauf an der Wahrnehmungsgrenze.

Ich quälte mich weiter Richtung Vorberg und Kulm. Die Sonne schmolz das Eis und der Schnee wurde „Batzig“ wie wir dahoam sagen. Es saugte mich in den steirischen Schnee. Während ich so langsam dahin gleite kommen immer wieder Zurufe vom Publikum. „Heh du schaust aber nu guat aus, bist nu schee stabil“. Ich wußte nicht was ich davon halten sollte. Waren es Kundgebungen von Ungläubigen oder von Tourismus Managern die mich auch später in der Ramsau als Gast wieder sehen wollten. Die letzten Kilometer zogen sich wie ein Strudelteig aber der Schweiß war nicht süß. Zum Abschluss durfte nochmal der Ramsauer Hausberg, der Kulm bezwungen werden. Wenn wir schon mal hier sind, hat sich der Streckenchef wohl gedacht. Noch vier Kilometer. Nur noch bergab. Ein paar scharfe Kurven. Noch 2 Kilometer. Sie nützen wirklich jeden Meter Almwiese aus. Nochmal eine scharfe Steilkurve rauf und runter. Jetzt wird es wohl gewesen sein mit den Überraschungen. Falsch. Noch 500m bergab, die Geschwindigkeit steigt und ich sehe die Loipe nicht mehr. Die Augen schmerzen vom Wind und der Schatten macht alles dunkel, ich erkenne nix mehr. Plötzlich ist hier eine 180 Grad Kurve, die nicht gekennzeichnet ist. Gar nicht! Ich kratze die (Eis) Kurve aber stilsicher und hopp über die Ziel Brücke und Schwupps ich bin im Ziel.
Nach zwei Stunden und 13 Minuten empfange ich meine wohlverdiente Finisher Medaille. Ich trinke ein Bio Heiss Getränk(grausig) und unterhalte mich mit einem Läufer der Blutverschmiert über die letzte Eis Kurve sinniert. Er hat sie auch nicht gesehen. Es hat ihn „dawuzelt“.

RELIVE: das Rennen in der 3D Animation

Mit stolzer Brust und geschwelltem Hinterteil verlasse ich die Arena. Next Stop Saalfelden. 21 Km Skating. Da wird es wohl weniger aufregend, weil es dort ziemlich flach ist, aber natürlich umso schneller.

Ramsau – eine klare Empfehlung zum Langlaufen.
powered by Xc-ski.de Ski Marathon Team

Werbeanzeigen

Hillrunner68 – Winter 2017-2018


Es ist soweit! Das Programm 2017-2018 steht fest. Nach vielen Tagen und Nächten des Überlegens und Abwägens habe ich mein Programm festgelegt – in Stein gemeißelt.

20172018planung

Verletzungen, Berufliche und Familiäre Faktoren machten es nicht einfach. Speziell die Verletzungen haben mich geärgert. Ich musste zwei unnötige Pausen einlegen.

Die Erste im Oktober. Ich bin vom Rennrad gefallen. Umgefallen weil ich nicht schnell genug aus den Clips kam. Wird sich schon noch ausgehen dachte ich mir beim langsamen Umdrehen in der Bushaltestelle. In Zeitlupe bin ich auf die Linke Hand gefallen. Gestaucht, und ich konnte die Hand nicht mehr abbiegen bis November . Ende November bin ich dann  beim Langlaufen(!) gestürzt . Soo peinlich. Ich riskierte zuviel und bin auf einer nicht freigegebenen Loipe bergab sehr hart mit den Rippen auf den Stock bzw harten Boden gestürzt. Wieder vier Wochen Pause waren die Folge. Bis Ende Dezember konnte ich nichts trainieren. NICHTS!

Aber jetzt geht es wieder und ich war motiviert den Saisonplan zu erstellen. Am Dreikönigstag geht’s in die Steiermark nach Altaussee. Die Kollegen vom SKI Austria Team veranstalten auf der Blaa Alm einen Volklslanglauf.  Eine Woche später fahre ich in die Ramsau am Dachstein. Dort nehme ich am 30km Klassik Lauf teil. Dann eine Wettkampfpause die ich mit Training und APRES SKI füllen werde. Im Februar führt mich der Plan zum KOASA Lauf nach St. Johann in Tirol. Da wo ich schon 6x dabei war. Ich liebe den Koasa auch wenn ich schon einige Male etwas untergegangen bin.  Dieses mal wird es aber eine Premiere geben. Zu meinem  50er Geburtstag laufe ich 2×50 KM! Also Samstag 50km Klassisch und am Sonntag 50km Skating. Na, das wird eine Gaudi.
Das Finale ist wieder in Bodemmais beim SKADI Loppet. Bei meinen Vereinsfreunden von XC-SKI.DE werde ich die 42km Klassisch laufen. Keine Leichte Aufgabe. Über 1000 Höhenmeter. Weltcup Profil.

So das wars jetzt gehts hinaus zum Training

Österreichischen Meisterschaft Skiroller 2017


War heute bei den Österreichischen skiroller Meisterschaften am Salzburg Ring. 50km Herren und 30km Damen . Bin aus Trainings Defizit nur ein bisschen mit  gelaufen und mit gerollert. War außerdem gestern schon mit den Ski Roller am Gaisberg. 

Hatte daher Zeit und Muße zu filmen. 

Video öm skiroller 2017

Herren: Rang. 1 an Kombinierer Harald Lemmerer. Zweiter wurde Lars Hänel aus Deutschland.  Rang drei an den aktuell besten Langläufer in Österreich,  Bernhard Tritscher.  1:32 . Der Damen Sieg ging an Merle Richter vor Linda Schumacher, beide aus Deutschland Oberwiesenthal. Auf Rang drei die erste Österreicherin. Anna Juppe ASKOE Villach.
Weitere info unter: http://www.skate-the-ring.at

Langlaufen am Dachstein Gletscher Juli 2017


Langlaufen – meine Lieblingssportart

Am Sonntag den 9. Juli 2017 war ich langlaufen am Dachstein Gletscher. Ja – im Hochsommer und ja ich schäme mich nicht dafür. Dass Schnee bei mir immer geht ist bekannt. Ich wollte an diesem Wochenende wieder mal was „gscheites“, etwas Besonderes machen. Also nicht einfach nur  Laufschuhe anziehen und eine Runde laufen zu Hause. Manchmal muß man Reize setzen. Reize die einen wieder zu neuen Höchstleistungen beflügeln. Oder einfach den inneren Schweinehund wieder in die Schranken weisen. Das war dann eher der Fall bei mir.

Langlaufen am Dachstein Gletscher

Um so etwas zu tun heißt es in meistens früh aufstehen. Eineinhalb Stunden Fahrzeit laut Google. Wecker auf 05:20 gestellt. Das sollte reichen. Nach dem Aufstehen Ski aus dem Keller holen. Ein lässiges Gefühl. Da wurde ich kurz schwach. Soll ich nicht doch lieber Alpin Skifahren gehen?! Hintertux wäre schon auch geil. Aber ich habe es dann sein lassen. Zuerst wird mal trainiert. Skifahren kann ich später auch mal, da will ja auch die Familie mitfahren. Im Auto gefrühstückt und ab Richtung Dachstein Gletscher. Am Abend vorher noch die Seilbahnfahrt reserviert. Habe extra noch angerufen bei der Seilbahn. Ich konnte es nicht glauben das so viele Leute in der Früh auf den Berg rauf wollen. Angekommen um halb acht sah ich einen vollen Parkplatz. Der Gletscher ist also beliebt. Ich sah nur Wanderer und Kletterer mit oder ohne Bergführer. Ein paar Snowboarder waren auch dabei. In der Seilbahn Halle stand ich dann als einsamer Langläufer in einem Meer von Bergsteigern. Ich stand aber ziemlich stolz da und blieb glücklicher weise nicht lange alleine. Er war da! Er – das ist Rossi Racing, alias Christoph Walcher. Langlauf Unikum in der Steiermark und drum herum. Vormittags Langlaufen, ab Mittag  Gastwirt im Peter Roseger Gasthof im Talort Ramsau! Von Facebook her kannte ich ihn schon, wir haben letztes Jahr im Sommer mal gechattet. Da hatte er Langlauf Fotos gepostet im Juli und August am Gletscher, da habe ich erstmals Kontakt aufgenommen mit ihm. Er hat mir Wunderbares erzählt damals. Es sei anscheinend immer eine Loipe gespurt am Dachstein, auch im Hochsommer. Yeaahh! Ich war geistig schon oben, im Paradies.

Rossi Racing

Das Paradies

Kaum gesehen („aha noch ein Langläufer“) hatten wir uns gleich bekannt gemacht und gingen gemeinsam ans Werk. Ist doch netter zu zweit. Mit der schwindelerregenden Panorama Gondel in ein paar Minuten in der Gletscherwunderwelt gelandet. Eifrige aber positive Hektik war oben zu spüren. Das Wetter war ja perfekt,8 Grad plus und Sonnenschein. Also nichts wie los ins Abenteuer.  Die Stufen von der Bergstation hinunter und Ski anschnallen. Zwei Loipenspur Fahrzeuge waren fleißig dabei Spuren in den Schnee zu ziehen. In langgezogenen Schleifen angelegt ist es zwar nicht abwechslungsreich aber so nützt man den Platz besser aus und man kann eine längere Loipe spuren. Die Ramsauer Loipe kann bis zu 7 km lang werden. Im Herbst wenn die Hunderte Profis braucht man auch genug Platz. Insgesamt sind bis zu 18 KM möglich. Die Höhenlage am Gletscher ist ein Mehrwert der jedem Sportler nur recht sein kann. Es ist viel anstrengender als im Tal zu laufen. Deswegen bleibt man auch nicht so lange oben, Sport auf 2700 Meter macht sich gleich bemerkbar. Mein Herz ist da ganz schön beschäftigt.
Wir warfen unsere Rucksäcke in den Schnee und sausten los. Wie kleine Kinder vorm Christbaum. Nicht zu halten. Ich mußte dann aber öfters  stehen bleiben. Ich hatte mit dem Puls zu kämpfen. Für Rossi natürlich kein Problem. Er ist ja praktisch immer da. Er schläft wahrscheinlich auch hier heroben. Nach einigen Runden machten wir ein paar Fotos und Videos. Das muß einfach festgehalten werden. Die Sonne glitzerte in unseren Augen. Nach einer Stunde kamen noch weitere Langläufer. Sie laufen für den WSV Reit im Winkel. Ausdauer war angesagt bei denen. Langsam dahingleiten. Das muss man können. Es ist enorm schwierig langsam zu laufen. Man will ja immer schnell sein. Aber das geht hier oben einfach nicht. Das habe ich auch vor 2 Jahren gesehen. Als wir hier im Oktober unser Trainings Lager vom XC-SKI.De Langlauf Team hatten. Die Profis liefen zwei Stunden lang immer das gleiche langsame Tempo. Respekt. Ich hatte riesigen Durst. Die Luft wurde immer dünner, leicht ist das nicht und dann der sulzige Schnee dazu. Continue reading „Langlaufen am Dachstein Gletscher Juli 2017“

Mit dem Rad zum Stoisser Alm Berglauf Extended


Das erste Ziel auf meiner Sommer Todo Liste habe ich erreicht. Den Stoisser Alm Lauf. Wenn auch auf Umwegen und im slowfox Tempo

Wie alles Begann

Durch eine Zerrung oder Reizung der linken  Achilles Sehne (war nicht beim Arzt) Anfang Mai konnte  ich nicht mehr richtig trainieren. Die Schmerzen waren bei jedem Schritt so groß das ich nur gehumpelt bin und nicht mehr flüssig laufen konnte. Aber irgend etwas mußte ich machen sonst geht ja gar nix mehr im Frühjahr. Durch diese Umstände war ich etwas nervös und so beschloß ich 2 Tage vor dem Rennen, mir dir Strecke wieder in Erinnerung zu rufen. Ich begann frühmorgens um 08:00 zu starten. Natürlich langsam, der Fuß war ja immer noch nicht gut und ich wollte mich nicht ganz verausgaben. Ich mußte ja auch wieder runter kommen. Ich lief also langsam los und –  naja. Wirklich gut  war das nicht. Ich schob es mal auf mein aktuelles Übergewicht. Trotzdem konnte ich den Großteil der Strecke laufen. Das gab mir Mut. Selbst das steile Schluss Stück bin ich gelaufen. Mit knapp 55 Minuten war ich zufrieden. Das würde im Rennen sicher etwas schneller gehen. Plan Erfüllt. Mit großer Freude lief ich noch weiter bis zum Gipfel und in mehreren Schleifen auf den Waldwegen wieder zum Ausgangspunkt zurück. Insgesamt 16 Kilometer und 800 Höhenmeter. Zuviel wie sich später heraus stellen sollte. Aber eine sehr schöne Strecke zum Laufen. Das leicht naßkalte Wetter an diesem frühen Morgen hat mir sehr getaugt. Ich hasse nichts mehr als bei Hitze zu laufen. Da stell ich meinen Motor ab und krieg Panik.  Bin ja auch nicht mehr der Jüngste. Am Freitag tat ich nichts mehr eh klar. Außer Grillen am Abend für 13 Personen. Inklusive Weinverkostung und Bierbegleitung. Um halb zwölf kam ich ins Bett. „Nicht Ideal“ meinte ein Freund zu mir. Er sollte Recht behalten.

Stoisser Alm 2017-Der Tag-Das Diagramm

Continue reading „Mit dem Rad zum Stoisser Alm Berglauf Extended“