Dahoam im Keller Studio


Hier ist mal nichts aus dem Ruder gelaufen

Vorgeschichte

Der Winter 2019 begann mit viel Schnee Ende November. Ich war als einer der ersten auf der Loipe und merkte eigentlich dass ich keine Kraft in den Armen hatte. Das war ja schon öfters der Fall. Ich nahm das zur Kenntnis und beschloss mir einen Klassik Ski mit Fell zu kaufen, damit ich immer gleich laufen kann ohne viel zu wachsen. Das habe ich dann aber verschoben, auf irgendwann. Ich hatte plötzlich die Idee mir ein Rudergerät zu beschaffen. Rudern – ist, was ich schon immer gewusst hatte, eine immens fordernde Kraft Maschine. Rudern ist eine gelenk schonende Wunderwaffe für den Muskel Aufbau und zur Stärkung der Ausdauer Leistung. Ich begab mich auf die Suche und sah schon die Top Modelle in meinen Keller. Waterrower und Concept2 sind klingende Namen in der Szene. Speziell das Concept2 Gerät steht in jedem besseren Fitness Studio. Auf diesem Gerät werden Weltmeisterschaften ausgetragen. Das wird auch für mich passen. Leider war der Preis bei beiden ein über der 1000er Marke. Zuviel, das bring ich zu Hause nicht durch.

Also schaute ich mich um was gebrauchtes um. Ich fand auch schnell ein  Hobby Gerät. Um 70 Euro holte ich es mir nach Hause. Ich war von Anfang an begeistert vom Rudertraining. Doch bemerkte ich einige Schwächen in der Verarbeitung. Der größte Nachteil war aber das keine richtige Dokumentation und keine Trainingssteuerung zuließ.  Schade.

Nach einigen Stunden im Web fand ich dann bei den beiden TOP Herstellern die Möglichkeit die Maschinen zu leasen bzw. zu Mieten. Ich lachte wieder und bestellte mir das Concept2 Gerät. WOW!

Es ist Da

Was für ein tolles Ding. Ich war glücklich. Für 60 Euro im Monat steht es jetzt mal 3 Monate bei mir. Danach kann ich weitermieten oder kaufen.

Ich habe schon Stunden darauf verbracht. GEIL. Ich muß nicht  mehr ausser Haus am Abend, ich muss nicht mehr weg von der Familie. Ich kann immer trainieren, und das effektiv.

Die längste Strecke war bis jetzt 30KM. Zweieinhalb Stunden war  ich unterwegs, im Keller. Mir wird aber nicht fad dabei, nein ganz und gar nicht. Das Gerät ist total vernetzt. Ich kann meine Garmin Uhr oder den Brustgurt dazu schliessen, die Ruder App zeigt alle möglichen Daten an. Inklusive Watt Leistung! Diese Motivations Daten streame ich auf den Fernseher und ich hab alles im Blick. Oder ich lass Sportvideos laufen, oder ich rudere  synchron gegen andere virtuelle Ruderer. Ein Wahnsinn.

Zusätzlich mache ich noch HIT Training , Seilspringen , Krafttraining am Boxsack, Kettelbells und die guten alten Hanteln runden das gesamt Körper Training ab. Perfekt. Da gehen mir die neuen Fell Langlauf Ski nicht ab. Vorerst.

https://www.concept2.at

oder

www.waterrower

 

Training dahoam, das macht Stark

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Ski Challenge 2018


Mein eigenes Geburtstagsgeschenk zum 50er. Was schenkt man sich selbst? Etwas was man immer schon tun wollte. Etwas das MIR Spaß macht.

Die Story

Wer mich kennt der weiß das meine Challenge nur ein Motto haben kann. Schnee. Also ist das Ziel der Challenge jedes Monat im Jahr 2018 zumindest einmal auf Ski zu stehen. Oder besser gesagt Skifahren zu gehen. Langlaufen zählt auch. Da kann ich das angenehme (skiticket) mit dem nützlichen (Training) verbinden. Neben dieser Challenge gibt’s noch was anderes was ich auf meinem Plan habe. Ich will auf allen Gletschern in Österreich einmal oben gewesen sein. Wer weiß wie lange es diese noch gibt. Aber das ist nicht vorrangig das ergibt sich von selbst. Dies hat  nix mit dem Jahr 2018 zu tun. Los gehts..im Jänner…

  • 01 Jänner

Im Jänner ist es einfach. Da steht der Österreicher normal sicher einmal auf Ski. Ich natürlich auch. Im Jänner haben mein Bruder Klaus, mein Schulkollege Erich und ich seit ein paar Jahren eine Tradition um die uns sicher viele beneiden. Wir fahren 3 bis 4 Tage nach Schladming. Skifahren und apreski. What else!. Ticket 1 also kein Problem. Die Gschichtln von der Planai, Almrausch und Tenne erspare ich euch.

  • 02 Februar

Im Februar war ich nur einmal Alpin Skifahren. Mit der Familie war ich in Werfenweng. Ein nettes kleines Skigebiet nicht weit weg von Salzburg. Empfehlenswert. Es war sehr kalt und  bewölkt an diesem Sonntag Nachmittag im Februar und so machte das fotografieren keinen Spass. Ticket 02 im Sack.

  • 03 März

Im März war ich gar nicht Alpin Skifahren! Termine, Termine. Ich musste ja meinen 50er Geburtstag planen. Vorher und nachher. Also wenig Sport. Zumindest Langlaufen war ich. Das Ticket 03 kommt deshalb von der Winklmoos Alm in Reit im Winkl . Da war ich bei einem Langlauf Rennen dabei. Nicht erfolgreich!  Am Start war unter anderem ein deutscher Olympia Langläufer. Da gabs nix zu gewinnen.

  • 04 April

Anfang April hatte ich auch sehr wenig Zeit. Da war unser Halbmarathon in Nußdorf. So musste ich bis zum Ende des Monats warten. Ticket 3 am 30. April gelöst! Mit meiner Tochter Paula war ich auf dem Kitzsteinhorn. Das warten hatte sich gelohnt. Ein Traum Skitag im Frühling. Perfekt

  • 05 Mai

Berufliche, familiäre und Wetter bedingte Termin Suche war nicht einfach. Wieder musste ich bis zum Ende des Monats warten. Dieses mal wieder auf Langlaufski. Nicht weit weg von zu Hause am Dachstein Gletscher langlaufen. Ende Mai war der Schnee noch perfekt. Kalt, guter Schnee. Was will man mehr.

  • 06 Juni

Im Juni war ich schon knapp am Wahnsinn – in den Köpfen von Bekannten und Freunden. Als einige erfuhren das ich im Juni die Ski aufs Auto packe, wo man doch auch Baden gehen könnte. Das mag stimmen. In deren Welt. Ich lebe meine Welt. Jeder soll tun was er will. Ganz einfach. Ab Juni erzählte deshalb auch fast niemand mehr wenn ich wieder im Schnee war. Mir war es lästig mich zu erklären. Andere schrauben Nächte lang am Auto, die einen gehen um 5 uhr früh Angeln etc…mir egal. Solange ein Skilift läuft fahre ich dahin. In Österreich und in den anderen Alpenländer gibts Sommerskifahren.Angebot und Nachfrage. Ok jetzt genug der Jammerei.  Im Juni war ich sogar 2 mal auf Schnee. Am 4. Juni war ich am Dachstein Gletscher langlaufen. Es war ziemlich warm, 8 Grad Plus! Der Schnee war früh morgens aber noch gut und die Loipe fest. Je weicher um so härter ist dann das Training. Am 30.6 war ich dann noch am Hintertuxer Gletscher Skifahren. Das Wetter war sehr sehr gut und es lag noch viel Schnee.

  • 07 Juli

Im Juli war ich „nur“ einmal auf Schnee, familiäre und eigene Sportliche Termine machten es wieder schwierig Tag X zu finden.  Am 30. Juli war ich  langlaufen am Dachstein Gletscher. Ich wollte ja trainieren. Es war wieder sehr warm, man konnte in kurzen Hosen und ohne Leiberl laufen. Eine tolle Sache 🙂

> Video Dachstein Langlaufen Juli

  • 08 August

Im August war ich dann wieder am Hintertuxer Gletscher. Am 15.8 war ich im einzigen Skigebiet Österreichs das ganzjährig geöffnet ist! Sofern kein Sturm geht laufen die Lifte! Skifahren 365 Tage!! Es war der beste Schnee im Sommer!!

 

  • 09 September

Der Herbst zieht ins Land und meine selbst auferlegte „Skichallenge“ geht ins letzte Viertel.

Ende September löste ich den vorletzten Geburtstags Gutschein ein. Ich hatte einen Gutschein für den Kaunertaler Gletscher bekommen. Danke dem Spender. Das mich dieses Geschenk auf den westlichsten unserer Gletscher führte konnte man mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Sehr weit weg aber auch sehr aufregend und schön. 3 Stunden Fahrzeit und über 300km war das Glück entfernt.

> Video kaunertaler Gletscher

  • 10 Oktober

Ende Oktober war ich in Kitzbühel zu Gast. Ich mag Kitzbühel. Am Ende und Anfang der Saison bin ich gerne beim Hansi!
Am letzten Sonntag im Oktober war ich bei sehr winterlichen Verhältnissen am Hahnenkamm. Dank der, aktuell sehr in den Medien hängenden Schneedepots waren nach der berühmten Resterkogel Piste nun auch der Hahnenkamm an der Reihe. Am Hahnenkamm Walde Sessellift und dem kleinen Förderband konnte man eine sehr gute Rote+Schwarze Piste befahren. Da an diesem Wochenende gerade ein Wintereinbruch war sah man eine komplette weisse Landschaft. Die Einkehr im Hahnenkamm Stüberl wurde legendär.. dank der Besitzerin…einer ehemaligen ÖSV Abfahrerin der 70er Jahre. Das Gesprächsthema war…richtig!!

> Video Kitzbühel

  • 11 November

Anfang November war ich am Dachstein langlaufen. Endlich wieder einmal nordisch unterwegs. Nach den Schneefällen vor 2 Wochen waren immerhin 5km gespurt. Ein halber Meter Schnee und die Welt auf  3000 m schaut schon wieder besser aus. Leider war es EISKALT und EXTREM WINDIG. Die Herbstsonne konnte mich leider auch nicht erwärmen. Nach 40 Minuten beendete ich das Training wieder.

> Video langlaufen Dachstein

  • 12 Dezember

Das Finale fand dahoam statt. Fast dahoam. Am letzten Tag des Jahres fuhr ich nach Berchtesgaden. Skifahren am Jenner stand auf dem Programm. Die Jennerbahn wird gerade modernisiert. Nach über 60 Jahren war es auch an der Zeit. Mit österreichischer Finanzhilfe bewegt sich nun auch hier endlich etwas. Das kleine aber feine Skigebiet ist in 40 Minuten von zu Hause aus zu erreichen. Das Highlight an diesem Tag war der Schnee. Es hatte die letzten Tage viel geschneit und ich kam das erstemal in meinem Leben in den Genuß des Tiefschnee fahrens. Ja Powdern heisst das wohl heute. Unglaublich schön. Mir blieb der Mund offen, einige Juchizer schrie ich in den bayrischen Winter und ich war so was von glücklich über den Ausgang der Challenge 2018.

Fazit: Definitiv zum Wiederholen. Das gefällt mir. „Die schönsten Momente waren die Minuten wenn man um halb acht in der Früh im Sommer zu einem Gletscher Skigebiet fährt und an den Bushaltestellen Menschen im Skianzug mit Ski sitzen und auf den Skibus warten.“ Ich war nie alleine. 

>> alle Fotos der Challenge

Saalbacher Trailrun 2018


10 Stunden in den Bergen oder „Die Unvollendete“

Die Nacht zum Renntag hatte ich nicht gut geschlafen. Ich habe das Streckenprofil hundertmal gedreht und gewendet. Es blieb immer gleich schwer. 3400 Höhenmeter auf 42 Kilometer verteilt. Ein schier unvorstellbares Vorhaben hatte ich mir da in den Kopf gesetzt. Nach meinem ersten Trail Marathon im Juni beim Mozart100 wo ich die Strecke für „Anfänger“ (42km / 1500HM) gelaufen bin, war ich total am Boden. Die relativ einfache Strecke hat mich damals beinhart abgeworfen. Schlimmste Krämpfe in den Wadln zwangen mich die Halbe Strecke zu gehen! So kam ich nach 8 Stunden ins Ziel, total kaputt aber glücklich. Weil das mit den Krämpfen nicht normal sein konnte machte ich ein paar Wochen später in Reit im Winkl beim neuen MountainMan einen neuen Versuch. Die Beine waren gut aber die Bergab Passagen von der Steinplatte auf felsigem Untergrund haben mir gar nicht gefallen. Ich war im Regenwurm Tempo unterwegs. Nach fast 9 Stunden war ich im Ziel. Im Wissen das ich mehr kann suchte ich die dritte Chance. In Saalbach beim Trailmaster Marathon sollte es passen.

Es passte wieder nicht

Schon am Start wurde mir schlecht. Das kleine Starterfeld mit 37 Startern bestand fast nur aus Berg Gemsen! Alle hatten diesen Blick. Diesen Blick den ich erst lernen muss 🙂 Ich sah es an Ihrer spartanischen Ausrüstung und an Ihren wohl definierten Muskeln. Nur 2 oder 3 Normalos sah ich. Einer hatte so eine Art Jeanshemd an!! Ein älterer Mann mit grauen Haaren. Na den werd ich doch packen. Ich packte ihn nicht, die Sache war nach 1 KM erledigt. Er war weg. Nur das fesche Münchner Dirndl, Katharina, lief mein Tempo. Nach dem Startschuss ging es ohne Aufwärmrunde sofort eine Skipiste hinauf. Ja das war ein Trail – 100%. Von nun an begann ich zu leiden, das ist bald zugegeben, aber ich konnte es nicht ändern. Mir tat vom ersten Meter an die linke Ferse weh. Die hatte ich die Tage vorher mit Tempoläufen am flachen Asphalt demoliert. Ich hätte es wissen müssen. Kurt – bleib im Gelände.

Blick zurück zum Start bzw Ziel..Grün = gelaufen, Rot= nicht gelaufen wegen Renn Abbruch

Heute war zumindest das Wetter gut, Sonnenschein und nicht zu heiß, ideal. Nach den ersten 500 Höhenmetern konnte man das erste mal das großartige Panorama rund um Saalbach genießen. Ich fühle ich wohl hier denn das Gebiet kannte ich ja gut vom Skifahren. Katharina und ich wurden bald vom ganzen Starterfeld überholt und so waren wir ganz alleine Unterwegs. Wir waren wie Pech und Schwefel. Ich war Bergauf schneller, sie bergab. So waren wir gleich langsam und gingen alles gemeinsam. Nach nur 6KM und 1000 Höhenmetern(!) waren wir beim ersten Gipfel. Dem Schattberg Ost Gipfel, hier ist auch das Ziel. Wir waren zumindest schon mal hier. Nach dem ersten Pause liefen wir leicht bergauf und bergab den Bergkamm entlang neben der imposanten Lawinen Verbauung bis zum Schattberg West. Ein Traum Trail. Der erste Downhill verlangte gutes Schuhwerk und Gemsenartiges laufen. Das war nicht mehr so meins. Wir waren auf einem MTB Downhill unterwegs. Mir gänzlich unvorstellbar wie man da mit einem Rad runter fahren kann. In Hinterglemm, zweigte die Light Strecke (24km) ab und wir durften zu unserem zweiten Gipfel aufbrechen. Dem Zwölferkogel, einem Anspruchsvollen Skiberg, mit SKI WM Abfahrtsstrecke. Es wurde heißer und wir mußten die Getränke sparsam verwenden. Der Elite war es wohl egal aber wir Amateure hätten uns hier eine Verpflegungsstation gewünscht. Nach 4 ½ Stunden kamen wir zum Checkpoint am Gipfel. Wir waren die letzten, das war enttäuschend aber eine Tatsache. Wir versorgten uns mit Obst und Getränken und liefen weiter. Die Stimmung war nicht die Beste. Katharina war motiviert aber auch nicht schneller als ich. So sagte ich zu Ihr dass sie bergab ruhig vorne weg laufen kann. Sie wollte nicht, mich freute es natürlich nicht alleine laufen zu müssen. Ab dem Zwölferkogel waren wir am Saalbacher Höhenweg unterwegs. Und das war die beste Trail Sektion des ganzen Sommers. Entlang von bunten Wiesen und steilen Hängen ging es auf die zweite Hälfte des Marathons. Unendlich kitschig schön. Die vielen Wanderer hatten immer aufmunternde Worte für uns, das hob die Stimmung ein bisschen. Die Sportliche Stimmung war gemeint. Wir waren ja nach wie vor letzter und sollten es auch bleiben, soviel darf schon verraten werden.

Neben der bezaubernden floralen Welt waren wir auch angetan von den vielen Kuhherden die das satte Grün sichtlich genossen und den Pferden die majestätisch unter der starken Bergsonne grasten. Dass wir weit so herum kamen hat mich fasziniert, den ganzen Tag sahen wir die Marathon Runde vor uns. Wir konnten immer alle Gipfel sehen die wir schon gesammelt hatten und wir sahen immer das was noch auf uns zu kam. Und das erschrak uns manchmal. Nach 7 Stunden hatten wir erst 26 KM hinter uns. Oje!! Im letzten Downhill vor dem finalen großen Anstieg kamen wir auf eine Lichtung und ein einsamer Streckenposten stoppte uns. Er hat schon auf uns gewartet. Wir hörten wieder das wir immer noch letzte waren. OK, wir werden uns beeilen. Aber das ist leichter gesagt als getan. Ich konnte einfach nicht richtig laufen vor Schmerzen. Wir liefen/wanderten weiter, auf einem immer noch genialen Wanderweg zur Nächsten Labstation. Die Frau an der Quelle sagte uns bestimmend aber freundlich: „ Ihr seits die letzten“. Wir wissen es, danke für die Info. Wir verweilten wohl länger als alle anderen an den Verpflegungs Stationen. Und Fotos haben wir ja auch gemacht. Wir sind doch beide Blogger!! Wir nahmen alles was wir bekamen. Zwischendurch verteufelten wir den Veranstalter Streckenchef und Mastermind Gunter Mayer. Für uns nahm die Streckenführung oft die eine oder andere unverständliche Wendung. Aber das war wohl nur das Gefühl wenn man LETZTER ist.

Der letzte Anstieg wurde etwas heiß, die Sonne brannte runter mit aller Kraft. Wieder waren über 1000 Höhenmeter zu bewältigen. Die Bewunderung über die schöne Landschaft ließ uns das Ziel manchmal vergessen. Wir konnten ja nicht schneller. Aber damit wurde auch unser Zeitfenster immer kleiner. Eigentlich war das Ziel zumindest im Zeitlimit von 8,5 Stunden zu bleiben. Das war die erste Hürde die wir nicht geschafft haben. Über die Uhrzeit machten wir uns gar keine Sorgen mehr. Wir waren wie in Trance. Das war schon geil! Zwischen Resumé: “Der Saalbach Trail ist Genial“.

Das war schon geil!

In der Ferne sahen wir das Ziel, glaubten wir. Mir war irgendwie komisch zumute als ich den letzten Aufschwung zum letzten Gipfel, dem Hochkogel sah. Katharina hatte Recht. Da müssen wir auch noch rauf! Und so Steil!! Mir wurde wieder schlecht. Da gehe ich sicher nicht mehr rauf, sagt ich. Da wird’s ja 20 Uhr bist wir im Ziel sind. Wir waren auf 1900Meter an der Abzweigung der Light Strecke als plötzlich mein Handy klingelte! Das musste man ja dabei haben. Am Apparat der Mayer Gunter!! Der Veranstalter gab uns zu verstehen das wir das Rennen abbrechen bzw abkürzen müssen. Es sei zu spät (wohl nur für uns langsamen) um jetzt noch den Hochkogel in Angriff zu nehmen. Er fragte mich ob ich Nummer 28 (Katharina) gesehen habe?! Ich musste lachen. Ja Nummer 28 steht neben mir. Dann fragte er ob wir Nummer 31 gesehen hätten. Der geht noch ab und hebt am Telefon nicht ab. Ich sagte ihm dass wir jemanden am Gipfelgrat gesehen hätten. Das war eine Wertvolle Info wie sich später heraus stellen sollte. Wir nahmen also die Abzweigung und liefen auf der Light Strecke weiter. Nach einer halben Stunde waren wir am letzten Checkpoint. Kurzer Smalltalk mit dem netten Mann. Auf typisch Pinzgauerisch meinte er das es nicht mehr weit sei, 5km noch. Und praktisch Eben. Das mit dem Eben wird hier wohl anders berechnet. Wenn es 200Meter rauf geht, geht’s auch wieder 200Meter runter, damit ist es FLACH. Ok wir haben verstanden. Wir liefen weiter ohne zu ahnen was gleich passieren wird.

Noch ein Hügel liegt vor uns, dahinter das Ziel.

Nach gut 5 Stunden am Saalbacher Höhenweg
Nach gut 5 Stunden am Saalbacher Höhenweg

Jetzt kommt die Wende. Plötzlich taucht ein Geländewagen auf, Hupte uns an und 2 Männer stiegen aus. Sie gaben uns höflich aber bestimmt bekannt dass, das Rennen hier und jetzt für uns beendet sei!! Wir trauten unseren Augen und Ohren nicht. Es war der Veranstalter höchstpersönlich Gunter Mayer! Mit dabei der Marketing Chef vom Skigebiet Saalbach Bernhard Niederseer. Wir sollten hier bleiben, sie suchten noch nach der Nummer 31. Nach kurzer Zeit kamen sie wirklich mit Ihm retour. Er hatte sein Handy verloren, deswegen war er unerreichbar. Unser Rennen war zu Ende weil es schon halb Sechs war! Wir hatten nicht nur das Limit von 8,5 Stunden verfehlt, nein wir hatten auch das allerletzte Limit versäumt! Denn um 16:45 fährt die letzte Seilbahn ins Tal. Wenn uns die nicht gefunden hätten, hätten wir den langen Weg ins Tal zu Fuß antreten müssen. Das hätte sicher 2 Stunden gedauert! DANKE! Ihr wart Super. Wir durften mit dem Jeep ins Tal fahren und sie fuhren uns auch noch bis zu den Hotels! Eine TOP Gästebetreuung!

Der Saalbach Trail wird in ewiger Erinnerung bleiben. In Guten wie im Schlechten. Gut war die Strecke, Schlecht war meine Verfassung. Das ruft nach einer Wiederholung 2019! Das der Sieger Markus Stock nach 5:21 Stunden schon im Ziel war grenzt schon an ein menschliches Wunder, aber er ist ja im echten Leben ein Skibergsteiger Profi! Sein Leistung war also zu erwarten, dass aber eine Dame(Claudia Rosegger) als gesamt Dritte nach 6:09 Stunden ins Ziel läuft haut dem Trail Fass den Boden aus 🙂

Mein Trail Fazit 2018

Ich bin zwar nicht der schnellste aber es ist einfach so schön in der Natur und in den Bergen zu laufen. Ein Traum. Und für meine eigentlich Berufung dem Langlaufen schaden solche Ausdauer Abenteuer sicherlich nicht.

Meiche-Schier Gedächtnislauf


Nach dem Sturz beim Ramsauer Volkslanglauf im Jänner versuchte ich mich nochmal als Rennläufer. Im März nahm ich an einem kleinen aber feinen Langlauf Rennen auf der Winklmoos Alm teil.   Mit wenig Erfolg. Nach 39 Minuten kam ich als letzter an.

Die Leidensgeschichte

Ich kam als einer der ersten am Parkplatz der  Seilbahn am Seegatterl an und wollte gleich wieder fahren. Ich war mir nicht sicher wie es mir gehen würde. Ich zog dieses Rennen dem Start beim Skadi Loppet in Bodenmais vor. Für Bodenmais hatte ich sicher zu wenig Training. Für hier wirds schon reichen, dachte ich mir. Ich stieg aus dem Auto und mir wurde ganz schlecht als ich die vielen Mannschafts Busse sah. Die mit den vielen Sponsor Aufklebern drauf. Und dann steht dann oft DSV Langlauf Team Bayern, oder Sachsen drauf. Bei diesem Rennen legten sich alle Fast Profis und richtigen Profis zum Saison Finale nochmal ins Zeug gibt nochmal richtig Gas.

Ich fuhr dann doch zum Start. Aber zögerlich. Ich sah dann den ganzen bayrischen Nachwuchs in Rennanzügen umherflitzen. Jetzt san die schon so schnell wie schnell werden erst die Erwachsenen sein. Ich zögerte immer noch, hatte mir aber doch die Startnummer geholt. Dann kam schon das K.O. Auf der Startliste sah ich Andreas Katz! Den zur Zeit besten deutschen Langläufer! Olympia Kader!!

Ich nahm den Kampf auf. Aber nicht mit Ihm sondern mit der sehr, sehr eisigen Loipe und mit dem sehr, sehr schweren Kurs. Ich bremste auch Berg auf 🙂 Nein das stimmt nicht, aber bergab wo ich nur konnte. Auch beim Aufwärmen.

Dann stelle ich mich zum Start auf. Eingezwängt in das Hautenge(!) Starttrikot versteckte ich mich ganz hinten. Wir älteren durften im zweiten Block mit 5 Minuten Verzögerung starten. Das hatte Vor und Nachteile. Vorteile waren…eh keine da. Nachteile um so mehr. Ich hechelte los und schon nach 500m war ich am absoluten Puls Limit! 10km sind ein Sprint, eine Kurzstrecke.  Das war ich schon mal nicht gewohnt. Wegen 10km stehe ich sonst gar nicht auf. Das ich bremste war fix eingeplant. Ich zitterte bergab und ich schleppte mich rauf und runter..Eine Qual. Die 10km wurden in 2 Runden gelaufen. Also musste ich rechnen das ich überrundet werde.  Schon nach 4 Kilomter war es soweit. Auf einem Bergabstück kam Andi Katz daher. Mit einem jugendlichen Verfolger waren die beiden dem Feld enteilt. Ich wurde fast verblasen vom Fahrtwind der beiden. Ich ließ sie gewähren und lief weiter. Es kamen dann noch einige die mich überrundeten. Was solls dachte ich mir. Ich lief das Rennen zu Ende und wurde ERSTMALS LETZTER!

Ich werde es nie vergessen.

Link zum Lauf auf GARMIN

Winter 2018


Wiederaufnahme Training

Nach Verletzungen, Krankheit und Stress in der Arbeit..wieder Hoffnung geschöpft. Mich selbst motiviert.

Resultat: 2 Tage gutes Training. Und Blick nach vorne gerichtet.

>> 25km skating Scharitzkehl Alm

Samstag bei sehr dichten Nebel 25km im Blindflug über die teils sehr schwere Loipe auf der Scharitzkehl Alm.

Am Sonntag noch lockere 12km in Bischofswiesen . Da war ich der erste auf der frisch gespurten Loipe.

Am Donnerstag folgen dann nochmal 20km Training. Langsam. Am Sonntag dann wieder time to fight.

30km Skating beim Achenseelauf, Start und Ziel in Pertisau.

>> Achensee Lauf

Ramsauer Volkslanglauf 2018 – 30 km Skating


Wer am Boden liegt und wieder aufsteht  kommt stärker zurück

Das erste Rennen der Saison. Wo bin ich, wie stark bin ich? Das fragt sich wohl jeder Sportler zum Start der neuen Saison. Mit einem Fragen Karussell im Kopf reise ich ins steirische Herz der Langläufer. Ramsau am Dachstein – Austragungsort der Nordischen Ski WM 1999, Weltcup Station der Kombinierer. Unter den steilen Flanken des Dachstein liegt das Hochplateau der Cross Country Familie. Jährlich im Jänner treffen sich Hobbysportler um sich im Rahmen der TOUR DE RAMSAU zu messen. Dem einzigen Langlauf Mehrtages Rennen für Amateure. Freitagabends ein 2 km Sprint im WM Stadion. Samstag wählt man zwischen 10 oder 30 km Klassik. Sonntags dann das Finale mit 30 km Skating oder 10 km Skating. Man hat also die Möglichkeit sich zwischen einer kurzen und einer langen Tour zu entscheiden. Sehr Löblich! Da ich aber noch gar nicht weiß wo ich stehe meldete ich mich nur für den 30er Skating an. Nach Handknöchel Stauchung beim Rennrad fahren und einer Rippenprellung beim Langlaufen(!) ist der Herbst ohne nennenswertem Training vergangen.

Die Strecke war für mich neu, das war nicht so gut. Ich stehe bei bestem Wetter am Start, bewusst ganz hinten. Ich wußte ja nicht wie der Tag ausgehen wird. Später werde ich zu mir sagen: “Vorne wäre es besser gewesen“. Aber ok. Man ist auch mit 50 noch Lernfähig. Legende Alois Stadlober nimmt das Mikro in die Hand und begrüßt uns. Mit erhobener Stimme weist er uns darauf hin das es etwas eisig ist und das ein paar schwere Abfahrten auf uns warten. „Lasst eich Zeit!“ bei den kritischen Stellen. Eh klar, Vorsicht ist die Mutter der Carbon Ski und Stecken. Mit 200 anderen Skatern geht’s hinaus ins Langlauf Paradies. Wir teilen uns die ersten 5km mit dem 10km Feld. Dem entsprechend ging es zu wie in der Metro in Tokio.

Bei KM Sechs geht’s das erste Mal richtig rund oder besser gesagt bergab. Auf einer sehr schwarzen Loipe (rund um den Rittisberg) geht’s in eine Art Bob Bahn talwärts. Man fährt Pflug. Die Schnellen Füchse vorher sind wohl  noch in der Hocke gefahren. Es geht rasend schnell runter und schon sehe ich den ersten Läufer im Wald liegen. Das wird eine harte Nuß, dieser 30er. Zu den 30km kommen noch fast 700 Höhenmeter! Die müssen irgendwo bewältigt werden.

Ski Heil in der Bobbahn

Nach der ersten Abfahrt schlängelt sich die schöne Loipe den Rittisberg hinauf. Kehre um Kehre geht’s bis auf 1250m. Und wieder runter, jetzt sonnseitig, kitschig schön Richtung Sonnen Alm mit Labe Station. Kurz vorher sehe ich wieder einen Läufer schmerzverzerrt am Rand liegen. Die Rettung ist aber schon unterwegs. Ich meistere auch diese heikle Stelle und nehme etwas Tee zu mir.  Ich nehme mir vor es weiter ruhig anzugehen, nur nicht stürzen. Nach der Sonnen Alm sind 10km hinter mir und es geht wieder Richtung Ramsau. Das schlimmste ist hinter mir dachte ich mir. Aber dem war nicht so, das schlimmste stand kurz bevor! Etwas überraschend ging es nochmal in eine kleine aber umso schwierigere Abfahrt. Da Pflug gefahren wurde und es gefroren hatte in der Nacht war ich wieder in einer Bob Bahn. Ich bremste und bremste und da krachte es schon. So schnell konnte ich nicht „Ramsau“ sagen, lag ich im Graben. Da eine Rettungsgasse hier nicht Pflicht ist und auch kein Platz wäre rammte mich ein Läufer von Hinten und aus war‘s mit der Gaudi. Ich rutschte tiefer und tiefer. Mein erste Gedanke: „Sind die Ski kaputt?“ Nein sie waren noch ganz. Das passte schon mal, dann prüfte ich meine Knochen und spürte Schmerz. Mir tat der Allerwerteste doch sehr weh. Holy Shit. Die (Berg)Rettung stand Gottseidank bei allen kritischen Plätzen parat. Sie stützten mich und brachten mich in flacheres Gelände. Danke Buam. Nach zehn Minuten stand ich wieder und ab in den nächsten Downhill. Nicht mehr so schwer aber in Anbetracht der Vorgänge war es schon zaach! Und ich verlor damit „wertvolle Minuten“ und fast 20 Ränge. Aber nein, das war mir jetzt egal, Platz 140 oder Platz 160 was Solls. 

Das ist Langlauf an der Wahrnehmungsgrenze.

Ich quälte mich weiter Richtung Vorberg und Kulm. Die Sonne schmolz das Eis und der Schnee wurde „Batzig“ wie wir dahoam sagen. Es saugte mich in den steirischen Schnee. Während ich so langsam dahin gleite kommen immer wieder Zurufe vom Publikum. „Heh du schaust aber nu guat aus, bist nu schee stabil“. Ich wußte nicht was ich davon halten sollte. Waren es Kundgebungen von Ungläubigen oder von Tourismus Managern die mich auch später in der Ramsau als Gast wieder sehen wollten. Die letzten Kilometer zogen sich wie ein Strudelteig aber der Schweiß war nicht süß. Zum Abschluss durfte nochmal der Ramsauer Hausberg, der Kulm bezwungen werden. Wenn wir schon mal hier sind, hat sich der Streckenchef wohl gedacht. Noch vier Kilometer. Nur noch bergab. Ein paar scharfe Kurven. Noch 2 Kilometer. Sie nützen wirklich jeden Meter Almwiese aus. Nochmal eine scharfe Steilkurve rauf und runter. Jetzt wird es wohl gewesen sein mit den Überraschungen. Falsch. Noch 500m bergab, die Geschwindigkeit steigt und ich sehe die Loipe nicht mehr. Die Augen schmerzen vom Wind und der Schatten macht alles dunkel, ich erkenne nix mehr. Plötzlich ist hier eine 180 Grad Kurve, die nicht gekennzeichnet ist. Gar nicht! Ich kratze die (Eis) Kurve aber stilsicher und hopp über die Ziel Brücke und Schwupps ich bin im Ziel.
Nach zwei Stunden und 13 Minuten empfange ich meine wohlverdiente Finisher Medaille. Ich trinke ein Bio Heiss Getränk(grausig) und unterhalte mich mit einem Läufer der Blutverschmiert über die letzte Eis Kurve sinniert. Er hat sie auch nicht gesehen. Es hat ihn „dawuzelt“.

RELIVE: das Rennen in der 3D Animation

Mit stolzer Brust und geschwelltem Hinterteil verlasse ich die Arena. Next Stop Saalfelden. 21 Km Skating. Da wird es wohl weniger aufregend, weil es dort ziemlich flach ist, aber natürlich umso schneller.

Ramsau – eine klare Empfehlung zum Langlaufen.
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