Salzburg Marathon 2016


Ausgemacht ist Ausgemacht!

 Die Vorgeschichte

Bei unserem Vereinsausflug im November 2015 waren wir im Lauftreff alle sehr motiviert. Unser Obmann noch ein bisschen mehr, und so ging ein Zettel spätabends durch die Runde mit Namen drauf. Mit fast allen Personen die nicht gebrechlich sind oder nicht „Manns“ genug sind um beim Salzburg Marathon an den Start zu gehen zu können. Im Wissen das die Distanz nur ein Frage des Willens ist gab ich meinen „Sanktus“ dazu.

im Ziel

Vorbereitung

Da ich im Gegensatz zu den anderen im Verein bis März auf Langlaufski stehe blieb mir nicht viel Zeit zum Trainieren. Genauer gesagt gar keine. Und meine Füße hätten die hohen Trainingsläufe sowieso nicht verkraftet. Meine längste Distanz in der Vorbereitung waren 23km. Längere Distanzen am Asphalt hasse ich. Pro Woche kam ich  damit auf nicht mehr als 40 Kilometer! Da wird ein gut Trainierter wohl nur den Kopf schütteln.

Ich blendete den Marathon Termin am 1. Mai  einfach aus.  Ganz geklappt hat es nicht. Je mehr Werbung und Berichte  in den Medien zu sehen waren umso mehr wurde mir bewusst was mir bevorstand. Als mich 2 Tage vorher auch noch unser Obmann anrief um sich zu erkundigen ob ich eh mit laufe schrillten die Alarmglocken. Dennoch begann ich dann in den Renntag mit viel Ruhe. Was sollte mir schon passieren! Mit 29 Jahren Lauferfahrung gewappnet, einem nicht wirklich aerodynamischen Outfit und meinem 5,2 Zoll Handy ging ich ans Werk. Das Outfit war wegen der Körpermaße eingeschränkt und wirkte als ob ich nur eine kleine Feierabend Runde drehen würde. Ein  Zeitlimit hatte ich nicht wirklich. Ohne Lauftraining ist ein Durchkommen schon ein Erfolg. Da ich aber doch noch über etwas Grundkondition verfüge welche ich dem Langlauf- und Skiroller Training verdanke träumte ich von einer Zeit unter 4 Stunden.

Der Lauf

Ohne viel Aufwärmen starte ich aus den hintersten Reihen. Auch wenn ich als Staatsmeisterschafts Teilnehmer ganz vorne starten könnte. Das tue ich mir aber nicht an. Denn dann bin ich schon bei KM Eins K.O!  Ich laufe los und merke nach 2 Kilometer schon das, dies ein anderes Tempo ist als in meinem Training. 5:30/km nicht schlecht denke ich mir. 6min/km wären für eine Zeit unter 4 Stunden ausreichend. Doch ich laufe in einem großen Pulk schnell und finde es super. In der schönen Hellbrunner Allee überholt mich der 3:45 Tempomacher. Mir gefällt sein Tempo und so bleibe in seinem Windschatten. Bei der ersten Labstation (km5)  in Hellbrunn trinke ich etwas zu langsam und da ist er schon weg. Ich erhöhe mein Tempo auf einen 5er Schnitt, es läuft immer noch gut aber der Tempomacher ist aus  meinem Blickfeld geraten. Beim Lepoldskroner Weiher muß ich meine Tempo Erhöhung wieder zurück nehmen. Das halte ich  4 Stunden lang nicht durch. Die Halbzeitmarke durchlaufe ich bei 1:55. Das finde ich gut für die erste Hälfte.

Und so entscheide ich mich weiter zu laufen. In der zweiten Runde ist es gleich etwas ruhiger. Um mich herum sind alle sehr konzentriert. Es wird wenig gesprochen. Die Hellbrunner Allee fühlt sich plötzlich an wie ein Berglauf. Irgendwie brauche ich länger für die gleiche Distanz wie noch in ersten Runde. Bei der Labstation mache ich wieder ein Foto und Teile es sogar in die Lauftreff Whatsapp Gruppe. „ Na –  der Kurt ist cool..läuft Marathon und macht Live Fotos“.

Ich bleibe ziemlich lange bei der Labstation. Viel zu lange. Mir ist  kalt geworden. Unwillig laufe ich weiter. Aufhören kommt mir aber nicht in den Sinn. Bei KM 30 überholt mich der 4:00 Tempomacher. Damit habe ich schon gerechnet. Ich versuche noch dran zu bleiben, ohne Erfolg. Mein Tempo ist jetzt auf 06:00 bis 06:30 gefallen. Obwohl ich nicht mehr so bei Kräften bin wie am Beginn, gehe ich kein einziges Stück. Ich laufe den ganzen  Marathon. Das macht mich stolz. Oft sieht man dann ja viele gehen  am Schluss. Speziell bei Läufern die länger als 4 Stunden brauchen.  Mein Ziel unter 4 Stunden zu bleiben muß ich erst bei KM 38 aufgeben. Ist mir aber auch schon egal. Ich genieße die Stimmung und freue mich über mein Salzburg Comeback.

Glücklich und mit emporgestreckter Faust laufe in guten 4:08 ich über die Ziellinie. Nach 4 Becher Cola erkennen meine Muskeln das ich nicht mehr laufe und verfallen in eine Krampfartige Haltung. Welche am Nachmittag beim Feiern witziger Weise weg ist. Um am Tag danach aber mit extremer Härte zurückkommt. Ich kann die Stiege nur rückwärts runter gehen. Ich gehe langsamer als ein Kleinkind. Am Mittwoch geht’s wieder besser und am Freitag bin  ich schon wieder 15 km gelaufen. Genial.

Re­sü­mee

Nach genau 20 Jahren war das wieder ein Marathon in Salzburg. Damals in 3:16, das konnte sich sehen lassen. Ich bin in meiner langen Karriere nur 3 Marathons bis heute gelaufen. Den ersten in München Anfang der 90er in 3:36 und dann nochmal in Salzburg in 3:50 oder so. Ich bin lieber in den Bergen als auf der Straße zu Haus. Heute wäre ohne Fotos und zu langen Trinkpausen auch eine Zeit unter vier Stunden möglich gewesen.

>> GPS Daten

 

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