Party Crasher bei der Kitzhorn Challenge


Durch wilde Wasser und auf steilen Pfaden

Endlich Urlaub Anfang Juli. Wie es der Zufall so will hatte ich also Urlaub und in der ersten Woche war auch die Ö-Radrundfahrt mit der Bergwertung aufs Kitzbühler Horn. Vor den Profis wird seit einigen Jahren auch die Krone Kitzhorn Radchallenge ausgetragen. 800 Teilnehmer dürfen auf der steilsten Bergstrasse Österreichs genauso leiden wie die Profis. 7,3km und 920 Höhenmeter. Fein!

>> Der GPS Track http://trainingstagebuch.org/public/show/3252523

Nachdem ich ja auf Skiroller unterwegs bin und ich seit ein paar Tagen neue gute Skiroller habe lag es auf der Hand das ich dort hin musste.  Trotz der schlechten Wettervorhersage fuhr ich  ins schöne Tirol. Die neuen Skiroller (Globolunero CS2,  gebraucht gekauft, ein Testroller, aber in ausgezeichneten Zustand) konnte ich nur 2 Km zu Hause testen. Mehr Zeit hatte ich nicht. Diese kurze Testphase überzeugte mich aber schon von der  Qualität. Kein Vergleich zu meinen alten (ersten,billigen). Unglaublich nahe am Schwingungsverhalten eines Langlaufskis!

Ich parkte in der Nähe der Auffahrtrampe. An der Kitzbühler Ache war es flach und ich konnte mich etwas einlaufen. Ich war schon etwas nervös. Um zwölf Uhr war der Start für die Hobby Radrennfahrer, naja nicht alle sind Hobby Fahrer. Da sind doch viele Halbprofis oder ehemalige Rennfahrer dabei. Wie z.b. der Sieger, Pauli Lindner, ein Salzburger Urgestein, das darf man sagen. Er gewann heuer das Rennen mit 50 Jahren!! Er schichtelt beim Holz Kaindl!! Ich ließ das beeindruckende Feld an mir vorbei fahren.  Fast alle im markanten roten Krone Leiberl. Ich erfuhr hier erst das, das eigentliche Rennen etwas weiter oben gestartet wird, ca 70 HM und 600m von der Abzweigung bei der Bahnunterführung. Und genau von diesem Punkt weg wird auch die offizielle Aufahrtszeit genommen! Der Rekord bei den Profis ist von Thomas Rohregger, 28:47 ,2007. Die Strecke kannte ich  schon. Bin schon mal mit meiner Frau rauf gewandert und war auch schon mal beim Kitzbühler Hornlauf dabei. Ich wußte das es 7 lange Kilometer sind.

Ich startete 5 Minuten nach dem Challenge Feld und ich war hier eigentlich schon etwas außer Atem. Da ich ja schon von ganz Unten den Rückstand auf das Feld hatte, mußte ich mich erst ans Feld herankämpfen. Da geht der Puls natürlich gleich mal hoch. Ich lief wegen der vielen Zuschauer hier natürlich auch etwas schneller. Ich hatte ein paar schnelle Wanderer überholt und war etwas unsicher über mein Unterfangen heute.Vor der Mautstation sah ich schon die ersten (letzen) Radfahrer. Das war ein gutes Zeichen. Bei der Mautstation musste ich mich aber auch sammeln und Luft holen. Das erste Powerbar Gel fließt in meine Körper.  Ich war schon ganz oben mit dem Puls. Mit einer drei minütigen, notwendigen Pause, konnte ich weiterlaufen. Aus Ergebnislisten  wusste ich das die langsamsten Fahrer 2 Stunden bis ins Ziel brauchen. Das ist auch das Zeitlimit. Ich war mir also sicher einige Biker überholen zu können.  Ich fühlte mich nach der Pause richtig gut. Ich lief konzentriert eine gute und ruhige Technik. Ich achtete auf einen sauberen Abdruck und auf einen maximal Puls von 158. Damit kam ich gut vorwärts. Meine Skiroller waren ein Traum. Das Wetter war noch gut meine Stimmung sowieso. Ab der Mautstation wird es jedoch richtig steil und eine Rampe folgt der nächsten. Vier große Kehren sind bis zum Roten Wimpel , dem letzten Kilometer zu bewältigen. Ich überholte Radfahrer um Radfahrer. Ich überholte damit auch den Besenwagen und scherzte mit den Rettungsfahrern.  Ich Erntete Blicke der Höchsten Achtung ob meiner Leistung. ALLE Sportler ahnten oder wußten wie schwierig es sein muß sich mit Skirollern bergauf zu kämpfen. Ich wußte es auch. 

Nach 40 Minuten etwa kamen mir schon die ersten Finisher entgegen. Sie brausten an mir vorbei ins Tal. Sie flüchteten vor dem angekündigten Wetter Umsturz. Regen war angesagt.  Bei Kilometer 4 auf 1300m fängt es an zu Regnen. Im Rucksack habe eine Jacke. Will aber nicht stehen bleiben. Keine Hütte in Sicht. Der Wind verschärft das ganze noch. Es ist nicht mehr gemütlich. Der Regen wird immer stärker, es gießt aus Kübeln. Von oben über die steilen Hänge schießt das Wasser über die Strasse ins Tal. Da kommt wohl gleich eine Mure hintennach denke ich. Extreme Verhältnisse. Graupelschauer, Temperatur knapp über Null. Überraschend gut bleiben meine Skiroller am Boden. Ich pflüge durch das Wasser und komme Vorwärts als wäre es trocken. Die Rücklauf Sperre funktioniert einwandfrei auch im Steilsten Stück mit 23% Gefälle. Und genau hier beim Roten Wimpel, beim letzen Kilometer mache ich wohl den einzigen Fehler heute. Ich drücke auf die Stoppuhr und somit endet hier meine Zeitnehmung. Nach 1:12 und 6,3 km. Schade. Mein Strecken Profil ist nicht ganz komplett. Stehengeblieben bin ich eigentlich wegen dem Handy. Es war aussen am Rucksack! Es ist zwar wasserdicht aber bei so einem Wetter und so lange. Ich bat einen Zuschauer das er mir das Handy im Rucksack verstauen möge. Danke.

Der letzte Kilometer. 

Die letzten 1000 Meter waren ein „Schaulaufen“. Ich überholte noch ein paar Radfahrer und sprintete unter dem Jubel der Zuschauer über die Zielline. Es dürften hochgerechnet 1:20h gewesen sein. Ich bin damit zufrieden. Angesichts der Wetter Bedingungen und meines niedrigen Trainingszustandes. Leider konnte man heuer das herrliche Bergpanorama nicht genießen. Es goss immer noch wie aus Schaffeln! Ich suchte mir einen Unterschlupf. Viel Platz war nicht. Eher wenige Zuschauer, aber die vielen Radfahrer und der Organisationstroß der Rundfahrt macht es sehr eng im Zielbereich. Meine trockenen Sachen im Rucksack waren jetzt feuchte Sachen und in  den Schuhen hatte ich pro Schuh einen Liter Wasser. Kein Scherz. Das Wasser verkroch sich im Schaumstoff nach einer Stunde floss immer noch Wasser raus beim umdrehen 🙂

Wegen dem grausigen Wetter wartete natürlich nur der auf die Profis der auch musste. Der Rest fuhr gleich mit der Seilbahn runter. Hier erntete ich wieder „Blicke der Ehrfurcht“. In der linken Hand die Stöcke, rechts die Skiroller. Ich war der Star. Eindeutig.Nach der trockenen Seilbahnfahrt hinunter wechselte ich in das trockene Gewand im Auto und schaute mir noch die Profis an wie sie in die Auffahrt gingen. Gedopt oder nicht  es schaut auf jeden Fall gut aus mit welchem Tempo sie da rein gehen.Gut gelaunt und motiviert für die nächsten Abenteuer fuhr ich nach Hause.

P.s. Es wartet ja im September das Gaisberg Rennen auf mich. Da werden die Öst. Berg Rad Meister und die Öst. Skiroller Meister gekürt! Und ich bin dabei. Ich möchte eine erstmals gut und schnell sein. Das heißt um die 50 Minuten. Damit wäre ich 20 Minuten hinter der Elite. Ich werde  noch einige Bergläufe machen müssen.

 

 

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