VerticalUp 2014 – die Streif und i


Heuer bekam ich zum Ersten Mal einen Startplatz beim Kult Event auf die Streif. 2011 habe ich es gefunden, 2012 bekam ich keinen Startplatz, 2013 hatte ich einen Gips, 2014 war ich zuerst auf der Warteliste. Nach 4 Wochen bekam ich einen Startplatz. Kurz vor Weihnachten. Ich war so was von Glücklich. Nicht umsonst wie sich gezeigt hat. Lies die gesamte Story!

Adrenalin zum Frühstück

Um 06:00 Uhr werde  ich am Renntag munter.  Ich kann nicht mehr schlafen. Adrenalin zum Frühstück.  Da ich nicht mehr schlafen kann setz ich (hillrunner68) kurz einen Tweet ab. „Hilfe ich kann nicht schlafen“. Ob das wer liest oder nicht ist mir egal. „Zack-Bum“, es hat jemand gelesen.  Follower pep909 aus OÖ hat es gelesen. Er sendet mir aufmunternde Worte. Er pusht mich. Neumoderne Welt. Beim Frühstück sehe ich dass ich mehrmals gegen 06:15 angerufen wurde. Ein gewisser Christian R! Ein Vereinswecker sozusagen. Er dachte das ich am Vormittag laufe.
Der Tag vergeht nur langsam, ein bisschen Olympia schauen. Brav sans die Österreicher, aber nur bis Samstag wie sich später herausstellen wird. Gegen halb drei fahre ich los. Habe alles und noch viel mehr eingepackt. Helm, Snowline Kettenspikes, mehrere Stöcke zur Auswahl, Powerbar  , etc.

Verticalup 2014 Start
Verticalup 2014 Start


Ich bin da

Um 16:00 bin ich in Kitzbühel. Die Aufregung steigt. Dank der vielen Hinweisschilder finde ich gleich einen Parkplatz. Ich hole mir  meine Startnummer und das gut gefüllte Startersackerl. Man ist sofort vom professionellen Umfeld, positiv  erschlagen.  Audi, Stadt Kitzbühel, Bergbahnen, Händlmaier. Große Sponsoren also. Im Redbull Zielhaus ist das Wettkampfbüro und die Startnummernausgabe. Hier direkt im Zielgelände der STREIF fühlt man sich gleich irgendwie anders. Neben dem Zielhaus – der Rasmushof. ***** Herberge – Schwarzenegger & Co residieren hier.  Ein Porsche Panamera mit Ski zwischen Fahrer und Beifahrersitz schwebt an mir vorbei. Der Beifahrer ist ein Kind im Rennanzug. Schräg!  Ich laufe ein bisschen und sehe mir den unteren Teil mit dem Hausberg an. Uuuhhh das ist steil. Steiler als ich dachte. 30cm Kunstschneefirn beim Start. Das wird zaaach. Es wird dunkel, das Startgelände füllt sich. Viele sind maskiert. Mach ich auch mal. Heute bin ich aber in der Speed Klasse unterwegs. Das heisst die Streif auffi, so direkt und schnell es geht. Direkt vorm Start mach ich noch ein paar Fotos mit dem Handy. Dann wollte ich kurz nach dem Start noch eins machen und danach Tempo aufnehmen. Es blieb beim Wollen!

Der Startschuss fällt

Ich habe noch das Handy in der Hand. Hinter mir 450 Starter aus der Rucksack Klasse. Vor mir 199 aus der Speedklasse. Es geht sofort mit Fullspeed los. Wow. Nach  200m finde ich eine kleine Lücke, stecke das Handy in den Rucksack. Jetzt geht’s auch für mich los, denke ich mir. Mein Plan war bis zu den Schlüsselstellen Steilhang und Mausefalle es ruhig anzugehen. Danach No Limits!  Der Plan hat sich selbst gedreht. Meine Schlüsselstelle wurde der Hausberg mit der hängenden Schrägfahrt. Ich komme immer weiter nach links. Ich werde regelrecht abgedrängt. Kann aber nichts dagegen machen.
Die Schneeketten auf meinen Traillauf Schuhen sind gut, aber ich kann sie nicht im Steilen einsetzen. Da sie an der Spitze keine Zacken haben kann ich nicht „verticalup“ gehen. Mein Linker Fuß ist auch nicht so beweglich wie er sein sollte. Ich tue mir echt schwer auf diesem Gelände.

Ich laufe immer weiter in den Hausberg Steilhang hinein. Plötzlich höre ich erste Schreie! Der erste Läufer rutscht mit Highspeed den Hang hinunter. „Hilfe, aufpassen, Vorsicht“ wird in die Dunkelheit geschrien. Ich  bekomme es etwas mit der Angst zu tun. Ich zähle ZEHN nach unten rutschende  Hausbergopfer. Vollkommen Schräge Veranstaltung! Ich gehe hin der Schlange aufwärts. Ich kann nicht überholen. Ist mir zu gefährlich. Zu steil, zu eisig. Nach  20 Minuten erreiche ich die erste Zwischenzeit an der Hausbergkante. Da ist die Elite schon im berühmten Steilhang! Ich bin mit maximal 80Puls den Hausberg raufgegangen. Bin überhaupt nicht kaputt. Im einzigen kurzen Flachstück überhole ich viele aus der Rucksackklasse. Das ist schön, bringt mich aber nicht weiter nach vorne in der Ergebnisliste. Es geht in den nächsten Hang rauf. Leichtes Ratschen unter den Läufern beginnt. Da kommen 2 Akjas der Bergrettung mit gestürzten Läufern den Hang runter. Jetzt ratscht keiner mehr!

Da Steff, da Hermann, da Fritz und da Franz

Bei der Seidlalm gibt’s wieder eine Zwischenzeit Messung und Tee. Ich gehe mit gedämpftem Optimismus weiter. Das nächste schwierige Teilstück kommt auf mich zu. Die „Alte Schneise“ . Mächtig steil, stark schräg abfallend. Wieder stapfe ich in der Kolonne am Pistenrand rauf. Kann nicht überholen. Stop and Go. Es sind jetzt 40 min vergangen, von oben hört man schon die Jubelschreie vom Zieleinlauf. Eh schon egal. Nach 48 Minuten erreiche ich die Steilhang Ausfahrt. Ich gehe natürlich da rauf. Ehrensache. Man könnte natürlich auch diesen Streckenteil umgehen. Aber das tut ein Österreicher in der Speedklasse nicht. Das gehört sich nicht. Da Steff, da Hermann, da Fritz und da Franz würden das nicht verstehen. Die vermeintliche Schlüsselstelle  zeigt sich durch die kompakte Schneeauflage und den Neuschnee am Rand als eher harmlos. Nur lang ist er halt, der Steilhang. Zwischendurch lasse ich meine Blicke hinunter ins Tal schweifen. So schön ist Österreich, so schön ist der Winter. Aber jetzt nicht sentimental werden. Ich bin gleich oben. Nach dem Karussell wartet die Mausefalle auf mich. Sie steht vor mir. Sie ist größer als ich. Sie verschlingt mich gleich. Mit gehörigem Respekt  „gehe in die Wand“. In der Mitte zeigt sich das Biest eisig und glatt. Ein Seil hängt herunter. Da könnte sich man festhalten und nach oben hirschen. Tu ich aber nicht. Mit meinen Eisen trau ich mich nicht. So gehe ich wieder brav in der Schlange nach Oben. Der Zielsprecher, Zuschauer und die Musik werden lauter. Finale. Vorbei an den Redbull Türmen geht’s die letzten 100 Meter nochmal etwas Tricky, schräg und  abrutschgefährlich ins Berühmte Starthaus.

Am Ende

Meine Zielzeit unter einer Stunde habe ich am Hausberg liegen gelassen. 1:10 ist am Ende des Feldes. Das muß ich korrigieren. Mit mehr Eis und Schneetraining. Ich denke da an den Jenner oder die Skiabfahrt vom Untersberg. 2015 – VerticalUp ich komme wieder.

www.verticalup.at

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