Herbstliches Trailrunning am Gaisberg


Am 11.November war ich mit Hans Rausch (ULTRA Bergfex, Montblanc Bezwinger, Lauftreff Nußdorf) auf einer  feinen drei stündigen Trailrunning Session.

..nur 1 statt 3 Gipfel, 3 Flaschen Schnapps und Absturzgefahr..

Meine Strecken Planung führte uns auf den Gaisberg.
Jeder interessierte Outdoor Aktivist kennt den Blick vom Gaisberg Richtung Süden. Da ragen ein paar kegelförmige Bergspitzen heraus. Die größten  in dieser Richtung sind der Schwarzenberg und im Vordergrund die Gurlspitze. Beide Berge sind durchzogen von Forststraßen. Eine Herausforderung für einen g‘standenen Trailrunner 🙂

Daraus ergab sich folgender Streckenverlauf:
von der Zistel runter zur Schwaitlalm- Gasthaus Ramsau, hinauf zum Schwarzenberg, wieder runter nach Hinterwinkl, bei der Kapelle auf den Pietrach Rundweg, dann bergwärts zur Gurlspitze, runter nach Oberwinkl und nochmal steil aufwärts zur Zistel.

Wir starteten um 08:06 auf der Zistel. Zuerst runter zum Gasthof Mitteregg. Hier sahen wir das erste Mal unsere beiden Tagesziele. Das schaute schon sehr weit weg aus. Ob das gut geht? Wir kannten ja den Weg nicht und konnten die Entfernung schlecht einschätzen. Am Tag davor plante ich zwar die Strecke online und kam auf 25KM und 1400 Höhenmeter inklusive  Gaisberg. Wenn man aber dann Vorort ist, schaut’s halt meist doch weiter aus. Noch in sportlichen Gesprächen verwickelt liefen wir runter zur Schwaitl Alm.  Wir waren sofort schnell unterwegs. „Da hab ich mir wieder was ausgedacht…“, waren meine ersten Gedanken. „Mit einem Rausch aus Nußdorf Trailrunning“  ist wie „den Untersberg runter mit Herman Maier“! Nach der Schwaitl Alm hab ich wieder gleichmäßig geatmet 🙂

Nun zum Gasthaus Ramsau in Hinterwinkl. Kurz danach geht’s rechts  rauf zum Schwarzenberg. Hier ist man schon an einer der vielen Kreuzungen im Wald. Wir hatten  leider keine Ortskenntnisse und nahmen die falsche Abzweigung. So liefen wir an der Ostseite Richtung Wiestal Stausee. Wunderbare und uns unbekannte Ausblicke  verschönerten den Trail. Plötzlich liefen wir auf einer Asphaltierten Straße aufwärts. Die Bundesforste lassen sich da nicht lumpen. Nach einer neuerlichen Abzweigung ging‘ s wieder auf Schotter weiter, bis der Weg aus war. Jetzt  mussten wir handeln!
Wir kämpften uns durchs dichte Unterholz  100 HM bergauf. Wieder auf einer Straße (ca.1000hm) angekommen sahen wir den Gipfel (1300hm) noch weit entfernt. Schade. Unser Weg führte nämlich wieder Bergab. So ließen wir den Gipfel unangetastet. Falls wir  noch Zeit/Kraft Reserven hätten könnten wir ja am Ende noch was dran hängen.  Unendlich viel Zeit hatten wir  aber dann doch nicht zur Verfügung. 14:00 war Deadline zu Hause. Besuch, Familie, Freunde  – das übliche am Sonntagnachmittag.
Es ging also wieder Talwärts. Nach gut 1,5 Std waren wir unten in Hinterwinkl und die ersten 12 Km lagen hinter uns. Die nächste Etappe ging hinauf zur 1130m hohen Gurlspitze. Wie liefen einen Kilometer auf dem Pietrach Rundweg und zweigten dann auf eine Forststraße ab, die uns fast um den ganzen Berg herum führte. Bei der letzten Weggabelung nahmen wir wieder die falsche Richtung.  Wir mussten wieder  durchs Gebüsch hoch. Egal. Oben war es traumhaft schön. EinenHasen habe ich auch gesehen. Vierbeinig.  Hans hatte sich etwas abgesetzt von mir und lief bis zum Gipfelkreuz. Am Gipfel, ein Gipfelbuch und ein Schnapsdepot bestehend aus drei Flaschen Obstler! Ich konnte es nicht glauben und ersparte mir die 50 Meter. Eine falsche Entscheidung, die ich zu einem späteren Zeitpunkt wieder gutmachen werde.
Der Himmel war leider bedeckt und die Fernsicht getrübt. Die uns unbekannte Aussicht entschädigte aber die freiwillige Schinderei. Südlich sahen wir  den Untersberg, Watzmann, Hochkalter und den Göll mal in einer ganz anderen Ansicht. Alle schon im Winterkleid. Die alternative Tour übers Roßfeld und Kehlstein wäre also nur mit Winterausrüstung gegangen. Nordwestlich ebenfalls eine neues Panorama. Wir sahen gegenüberliegend unseren Ausgangspunkt, die Zistel!  Ein eigenartiges Gefühl.

Es wurde kälter. Der Wind blies uns ins Gesicht. Mit hohem Tempo ging‘s abwärts. Einen kleinen aber gut markierten Pfad (Single Trail) nutzen wir um ins  Tal zu kommen. Sehr schnell senkten wir unsere „Flug Höhe“ von 1130 Meter auf 800 Meter. Der Weg spuckte uns bei den aufgelassenen Loipen in Oberwinkl  wieder aus. Mir war jetzt echt kalt. Meine Kleidung war komplett durchnässt. Unangenehm. Mein Camelbak  war auch schon leer. Eigentlich wollten wir ja den  Gaisberg noch erklimmen. Ich war angesichts der kalt-nassen Bedingungen nicht mehr dafür. So waren wir also kurz vorm Finale. Die letzten 300 Höhenmeter ging es nochmal recht ordentlich zur Sache. Laufen konnte ich nicht mehr. Das schlechte Wetter  ließ meine Motivation sinken.

auf der Gurlspitze
auf der Gurlspitze

Bei unwirklichen Bedingungen kamen wir nach 3 Stunden, 20 Kilometern und 1150 Höhenmeter bei unserem Ausgangspunkt auf dem Zistel Parkplatz wieder an. Sehr schnell wechselten wir die Kleidung, tranken noch ein paar Schluck Tee und verschwanden Richtung Heimat. Bei einem Bier in der Almeinkehr in Weitwörth ließen wir das ganze nochmal Revue passieren. Wir wären fast abgestürzt! Das Schönramer Bier war unglaublich gut an diesem Tag. Nur mit viel Kraftaufwand konnten wir den Barhocker verlassen. Fortsetzung folgt sicher! Ich will die Tour heuer nochmal laufen. Mit meinen jetzt vorhandenen Ortskenntnissen lässt sich die Runde auch bei Schnee machen. Das ist vielleicht noch schöner. Clubkollege Attila ist schon ganz heiß drauf. Mit Gaisberg logischer weise. Dann findet die Geschichte einen runden Abschluss.

>> ein paar Bilder

>> Details im GPS Track

Bis bald!

Euer Hillrunner68

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