Redbull 400 – 2012, Brenna tuats guat!


Mit Rocky Balboa, Düdelingen & Usain Bolt!

270 Einzelstarter bei den Männern. Ein Frauen Bewerb  und ein Staffel Wettkampf (mit Promifaktor) und ein Feuerwehr Staffel Leistungstest  🙂
38° Steigung und 35° Luftemperatur machten es nicht gerade leicht. Aber was solls. Man kann, aber man muß es ja nicht machen. Ich kam weder in das A noch in das B Finale . Mußte ins Lucky Looser Finale (?). Egal. War trotzdem Cool. 2013 gibt’s Revanche.

im Ziel Redbull 400 2012

ein glücklicher sportler! Ü40!!


Ich konnte die Nacht davor nicht gut schlafen. War echt nervös. So ein Rennen hab ich noch nicht gemacht. Gegen 13:00 waren meine Frau und ich in Bad Mitterndorf. Der erste Blick galt natürlich der Schanze. WOW. Das wird kein Spaziergang. Viel Hektik rund um den Kulm. Redbull machte aus dem verschlafenen Bad Mitterndorf einen Hotspot für Sport Narrische. Die Autokennzeichen gingen quer durch ganz Österreich. Inklusive den Nachbarstaaten. Viele Redbull Zelte, Salomon Standln, ein Vipzelt und ein kleiner Pool umringten den Auslauf der Schanze. Nach der Einweisung der Parkplätze durch die Security holte ich mir die Startnummer. Ein gut gefülltes Startsackerl und eine Startnummer als Trophäe für zu Hause 🙂

Ich war jetzt schon glücklich.

Nach dem ich mich im Ziel Gelände etwas umgeschaut habe, erkannte ich das erste Manko der Veranstaltung. Keine Duschen oder Waschgelegenheiten für die  Teilnehmer!!!  (update: Duschen waren zumindest auf dem Plan bei der Damen umkleide Kabine eingezeichnet!?) Nur ein kleiner Pool für 400 Sportler??  Ich als Läufer hatte es gut. Ich hatte Zutritt zum Schönen Vip Bereich. Unbegrenzt Getränke. Unbegrenzt Essen. Lounge Atmosphäre,Schatten(!)  Das zweite Manko: Die Begleiter (meist Frauen&Kinder!) mussten im Zuschauer Bereich  Platz nehmen. Kein Schatten! Ein Hendlgriller (!),ein Getränke Stand, keine Hüpfburg, viel nix

Ein DÜDELINGEN der Organisation!!  Dass muß verbessert werden. Mein Vorschlag: 20 Euro für ein Partner Ticket!? Und auf gehts zur Party!

Jetzt aber zum Rennen:

Ich war für meine Begriffe gut vorbereitet.Oder was man halt aus einem 44 Jährigen noch rausholen kann. Wenn ich 30 Läufer über 40 Jahre gezählt habe waren es viel. Die meisten Konkurrenten sind geboren als ich mit der Pflichtschule fertig geworden bin 🙂 Aber seit Juni habe ich 5KG abgenommen 🙂 Bin Stabil bei 74 Kg bei 173cm. Immer noch zuviel ich weiß, aber im Mai hatte ich 79 Kg!!!!  Im Juli machte ich 6200 Höhenmeter im ersten August Teil 5300HM!! Bin zigmal am Haunsberg gewesen. Untersberg,Predigtstuhl..usw. Auf Anschlag mit dem Rad zum Schlössl, dann rauf zur Kaiserbuche laufen, sofort wieder runter und wieder auf Anschlag nach Hause. Das hat mir sehr geholfen. ABER- Redbull 400 konnte ich nicht trainieren. Die Schanzen sind meist gesperrt, war auch mal in Bischofshofen drinnen. Gesperrt und Mattenbelag. In Maria Plain 10x rauf und runter gelaufen.Ok, aber eben keine Schanze.

Nun gut. Ich wärme mich etwas auf. Fühle mich locker. Trinke Redbull, viel Wasser. Um 15:00 ist mein Start. Ich bin im ersten von 5 Heat. Mein Freund Rudi Urban kommt im 2 Lauf. Er ist natürlich viel besser als ich.
Ich gehe an die Startlinie. Schon die ersten Meter gehts bergauf. Kein Flachstück. Mit mir im gleichen Lauf, Andi Goldberger. Kurzer Small Talk. Servas. Ois Guadi! Der Startschuss fällt. Ich renne VOLLGAS los. Ich renne um mein Leben. So bin ich noch nie gerannt. Ich will ja unbedingt ins Finale. Gebe echt alles. Nach den ersten 50 Meter bin ich sowas von kaputt. Unglaublich.  Ich kann nicht mehr kontrolliert atmen. Die Lunge brennt. Brenna tuats guat!

Nach 70 Metern falle ich nach vorne auf  die Hände. Falle wohl dahin, wo Schlierenzauer seinen Schanzenrekord reingeknallt hat. Das Gras ist hoch , der Untergrund rutschig und extrem steil.  Der Aufsprung hat bis zu 38° Gefälle oder  72%  da kann man sich mehr vorstellen.Eine 20% Steigung kennt man ja beim Autofahren. Bei der  100m Marke sinkt  meine Wahrnehmungsgrenze sichtlich. Um mich herum nehme ich die Gegner nicht mehr wahr.  Jetzt spüre ich den K-Punkt als K.O. Punkt. Ich weiß daß einige hinter mir sind. Das zaubert ein Lächeln auf mein verzerrtes Gesicht 🙂 Yeah! Nach 250 Metern hat die erste Tortour ein Ende. Ich falle auf den Boden wie nach einem Knockout durch Rocky Balboa. Ich kann kaum mehr atmen.Nach dem ich die Orientierung wieder gefunden hatte galt mein erster Gedanke der Zeit:  Reicht die Zeit? Nein – sie hat nicht gereicht. 4:43 bis zum Schanzentisch. Um 40 Sekunden zuviel. Der schnellste 2:49!! Matthias Mayr, Vorjahres Zweiter. Ist der rauf geflogen?

Ok. Ich genieße jetzt den ersten Lauf und schaue den anderen zu. Rudi ist gut drauf und geht als 10. durch den Vorlauf. Respekt. Wir klopfen uns gegenseitig auf die Schultern. Gehen runter und suchen unsere Frauen. Suchen erste lobende Worte. Wir bekommen sie 🙂  Unten hole ich mir reichlich Getränke und pendle damit zwischen Sportlerzelt und Außenwelt. Draußen sitzt meine Frau in der Sonne. Sie ist mindestens so Tapfer wie ich. Auch Ihr gefällt das Event. Ausgenommen der negativen Randerscheinungen. Ich schaue mir die restlichen Vorläufe an. Crazy Day.  Dann sehe ich schwarz auf Weiß meine Zeit. Ich nehme es zur Kenntnis und melde mich zum „Lucky Looser“  Finale an.  Bei der Nennung sehe ich eine Schlange mit traurigen Gesichtern. In jedem Gesicht sieht man das gleiche: “ so schecht bin ich gar nicht, ich kanns besser nur es ging halt nicht ..“  Die Schlange sieht auch Figurmäßig nicht ganz so Fit aus wie die der schnelleren Teilnehmern. Ok das ist so. Der Stadionsprecher lässt sich bei unserem Finale auch dann einmal leicht abschätzig darüber aus! Ich balle die Faust und strecke ihm sie entgegen. Traurige Gestalt.

Jetzt kommt mein Start.
Ich laufe nicht mehr ganz so schnell weg wie bei der Quali. Die anderen 53 auch nicht. Gut so. Ich nehme die rechte Seite im Aufsprung, die ist mehr im Schatten. Das ist fein. Im steilsten Stück kann ich doch ein paar überholen, bin guter Dinge. Dann komme ich beim Schanzentisch an. Das erste und schlimmste Stück ist hinter mir. Auf unendlich hohen Alu Stufen erreicht man den Anlauf. Dieser gestaltete sich nicht mehr so schwierig. Vorerst. Die letzten 50 Meter dann doch wieder.  Wie lange können eigentlich fünfzig Meter sein?? Verdammt lange. Ich halte mich am Geländer fest. Ich will nicht nach unten rutschen. Positionswechsel gibts nur mit einer gewissen Risikobereitschaft. Wer das will nimmt es in Kauf am Hosenboden abwärts zu sausen. Ich habe nur noch ein paar Meter zur Laufen äh, kriechen sollte ich wohl sagen. Ich falle über die Ziellinie auf die Zielmatte!  Das gibts sonst nirgends. Alle fallen um wie die Zinnsoldaten. Patsch-Bumm-Aus. Der Sprecher begrüßt mich und fragt mich nach meinem Lauf. Ich gebe locker ein Interview und schreie ins Mikro: „Der geilster Lauf meines Lebens!! “ Schräg , nicht wahr !? Bin in meinem Lauf recht weit vorne gelandet. Rang 25.  Zeit:09:18. Mein Ziel unter 10 Minuten zu laufen habe ich also erreicht. Der langsamst benötigte 15 Minuten. Nachdem ich wieder aufrecht gehen konnte, schaue ich gebannt den anderen zu. Rudi Urban wird 3. im B-Finale.  Genial.

Dann gehts um alles. Das A-Finale steht an. Es schaut verdammt wild aus!  Auf allen Vieren kämpfen auch sie sich die 34° steile Anlaufspur hinauf. Hier wagen es mehr die Seite zu wechseln. Sehr Mutig. Einige legen sogar einen aufrechten Zielsprint auf den glatten Beton. Usain Bolt wäre stolz auf sie!  Aber auch hier spielen sich Dramen ab. Nichts für schwache Nerven. Da mußt du schon etwas mehr als verrückt sein. Ich bin es. Die Siegerzeit des Polen Piotr Lobodzinski (5:16) ist gut, aber doch 10 Sekunden von der Siegerzeit (ARSLAN Ahmed) 2011 entfernt .

Nachdem wir wieder unten angekommen sind, hole ich mir noch was zum Trinken. Der Appetit ist mir vergangen. Der Pool ist mit 30 Läufern gut gefüllt! Danke Nein.  Dass versteht sogar meine Frau. Ach ja: Die steirische Sonne konnte man als Zuschauer gar nicht mehr  genießen. Die Tische & Bänke wurden weg geräumt, als mit der Siegerehrung noch gar nicht begonnen wurde. Traurig.

Aber es kann nur besser werden. Ich werde jedenfalls 2013 wieder an den Start gehen. Auf zum B-Finale.

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