climb the goas 2011


ich war dabei
Beim climb the goas rennen – einem Skiroller Rennen auf den Gaisberg. 850m Höhenunterschied und 8,5km Strecke.. bis 20% Steigung im oberen Bereich!
Es war wohl das härteste was ich bis jetzt in meinem Sportler Leben gemacht habe.
Ähnlich hart waren bis jetzt nur der 50km Koasalauf 2010 (mit kaputten Ski), 30km Skating in Bodenmais 2011 (inkl. 600HM mit neuen Ski :), der Redbull Dolomitenmann Berglauf oder die ÖM Berglauf Meisterschaften auf die Streif
Das „Climb the Goas“ Rennen wird im Rahmen des “skate the ring” Events ausgetragen. Am Samstag das Gaisberg Rennen, am Sonntag die ÖM über 50&30km Rollski am Salzburg Ring. Organisiert von Thomas Stöggl, Nordische WM&Weltcup Starter Langlauf. „Nordic Blader, Skiker sind erwünscht“ hieß es in der Ausschreibung. Einem rassigen Samstagnachmittag stünde also nichts entgegen.
Es war dann eine sehr kurzfristige Entscheidung, am Montag habe ich es gelesen, am Dienstag hab mich angemeldet, am Samstag bin ich gelaufen 🙂
Etwas nervös war ich schon. Nie zuvor war ich auf meinen Skikes (cross skating Roller, www.skike.com) rennmäßig unterwegs. Auf der Stoisser Alm (7km,700hm) war ich schon mal mit den Skikes. Aber ein Rennen?


climb the goas 2011

Ankunft:
Als ich am Startgelände eingetroffen bin, ahnte ich schon was auf mich zukommt. Ich werde ganz am Ende des Feldes landen. Das war sicher.
Ich war aber guter Dinge und mischte mich unter die Profis. Eigentlich wollte ich ja mit meinen Skikes laufen. Dann habe ich gesehen dass es Rollski zum Ausleihen gibt. Das wäre doch super, dachte ich mir. Die richtigen Rollski sind ja um einiges leichter als meine modifizierten Skikes und laufen auch leichter. „Ich werde also schneller sein“, so mein Gedanke. Ich war Feuer und Flamme.
Aufwärmen:
Die Dame von der Rollski Firma (SRB, ski-roller.de) hat mir zu den Classic Rollern geraten. Ich schielte schon auf die Skating Variante – aber ich nahm die Classic Empfehlung an und rollte los.
Ich „tauchte“ ein paarmal kräftig an und schwupps war ich schon beim alten Gasthof Guggenthal vorne, uiii – das geht aber schnell, und die haben keine Bremsen! Verdammt – da geht’s gleich wieder bergab. Bremsen ist schwieriges Manöver bei den Dingern. Ich war aber trotzdem begeistert und wählte das Weltcup erprobte Modell.
Dann wollte ich die Skater Rollski testen, nach ein paar Meter auf den schmalen Profi Rollern habe ich es gelassen. Die Skater Rollski haben KEINE Rücklaufsperren. Das bedeutet dass du auf den vorhandenen Steilstücken zurückrollst oder umfällst wenn du nicht die notwenige MAN Power & Technik hast. Zudem hatte ich alte und zu weiche Skating LL-Schuhe dabei. Das war mir zu wackelig. Ich bin bis zu diesem Tag noch nie auf Skiroller gestanden.
Zuviel habe ich mich nicht aufgewärmt, war eh sommerlich warm und einen Sturz beim Einfahren vor den Augen des ÖSV Langlaufkaders wollte ich nicht riskieren. Man hat ja schließlich seinen Stolz.
Der Start kam immer näher. Zuerst die Rennradfahrer, Amateure+Profis. Darunter meine Arbeitskollegen. Sie beendeten die Teamwertung bis zur Zistelalm auf Rang2!! Alle Achtung.
Dann waren die Junioren+Damen Rollski Starter an der Reihe. Puuhh..die sind weggezogen, im Doppelstock Schub bergauf die ersten 300m! Das will ich auch können.
climb the goas 2011!
ich war dabei
Start:
Um 15:30 war es endlich soweit. Meine Stunde hatte geschlagen. Ich war einer der ersten an der Startlinie. Ich sah mich um – und sah 3 andere Amateure. Wir 4 waren die einzigen die Classic gelaufen sind. Der Rest des Feldes bestand aus Profis. ÖSV Langlauf & Nordische Kombinierer. A+B+C Kader. Nur ein Mitglied der LL Nationalmannschaft. Bernhard Tritscher. Keine „Überviecher“ a`la Landertinger, Suman, Angerer, Teichmann…
Als die ÖSV Athleten und ein paar Deutsche herunter zum Start kamen, hielt ich kurz inne, ließ mein Leben Revue passieren…
3-2-1….Ich skate los, auf meinen Classic Rollern, war happy. Nach 300 m etwas flacher, dann gleich eine 15% Steigung 500m hinauf zur Gersbergalm. Noch immer am Ende des Feldes-  ich mußte schon das erstemal stehen bleiben, mein Puls war schon im rot-Lila Bereich.
Jetzt ein Flachstück..ein paar hundert Meter..ich komme auf meine Höchstgeschwindigkeit… 28 km/h.
Die Profis fahren 20 km/h im Schnitt nach oben.
Die Freude währt nur kurz. Die steile Passage beim Kobenzl wird schon zur Gewissensfrage..dann wieder flach..ich bekomme Panik. Das Rennleiter Auto fährt neben mir her und der Besenwagen in Sichtweite hinter mir…aber ich bin immer noch vorletzter. Da geht noch was, dachte ich mir 🙂
Jetzt kommen die letzten Kurven vor der Zistelalm. 6km liegen hinter mir. Aufgeben?Übergeben? ich schwebe in Trance an meinen Arbeitskollegen vorbei. Sie Jubeln. Ich auch. So viele Zuschauer. Ich weine fast…vor Schmerzen. Dann schreit der Rollski Verleiher zu mir rüber…“schauts Leute der fährt mit unseren Rollski, super unterwegs meinte er, ich stehe Zentral über dem Ski“. Ich habe mich auch bemüht. Wirklich einwandfrei klassisch zu laufen, also mit Abdruck auch im steilsten Stück. Die letzten 2km bis zum Ziel haben es nochmal in sich. Ich kenne zwar die Strecke von früheren Bergläufen, aber auf Rollski ist es doch schwieriger. Vor mir ein Masters Läufer (JG 43) aus Sonthofen. Ich kann ihn sehen aber nicht erreichen. Er läuft classic obwohl er Skater Rollen hat – auch er quält sich! Der Läufer hinter mir kommt nicht mehr an mich heran. Hinter ihm der Besenwagen. Hihi!! Ich lache innerlich. Noch 500 m, der Gipfel ist nahe, ich bin fix&fertig. Altbekannte Namen gehen mir durch den Kopf. Juric, Stadlober, Gattermann, Schwarz, Behle, Mieto, Dähli, Smirnov..
Im Ziel:
Ich fahre über die Ziellinie, reiße die Hände hoch, als hätte ich gewonnen. Hoffe auf ein Zielfoto. Die wenigen noch vorhandenen Zuschauer und Athleten jubeln mir frenetisch zu. Ich bin in Trance. Ein Helfer nimmt mir den Chip und die Startnummer ab. Trinke ein paar Becher RedBull. Ich bin glücklich. Die Zeit scheint stehen zu bleiben. Als „Belohnung“ fahre ich mit dem Team Bus des Ski Gymnasium Stams runter zur Siegerehrung. Ich sitze neben zukünftigen Olympia Siegern. Im Bus sitzt die nordische Manneskraft des öst. Langlaufs.
Die Fakten:
Sieger: Johannes Dürr (A-Kader LL Läufer,WM Oslo 2011,Weltcup) 31:14.! Er benötigte bis zur Zistel Alm(6.2km): 18:34!
Zistel Alm bis Ziel (2,3km): 12:39!
>> Offizielle Ergebnisliste
Meine Zeit: 1:00:25. Bis zur Zistel Alm habe ich schon zu viel Zeit liegen lassen, 35 min !
>> Meine GPS Renndetails
Mein Bestzeit beim Gaisberglauf: 42:30 (1992)
Wenn man bedenkt das nicht die totale Österreichische Biathlon Elite (die ist echt gut) und auch die Langlauf Weltelite nicht dabei war, kann man die theoretische Zeit eines Top Mannes (Northug,Södergren,Cologna Bjoerndalen..) hochrechnen…die würde wohl bei 28min liegen.
Der Gaisberg Rekord der Radfahrer liegt bei 23:20 (Maurizio Vandelli,doping belastet 🙂 Der Radsieger vom Samstag benötigte 25 minuten!
Der Gaisberg Rekord der Läufer ist bei 32 min. (aus den 90 Jahren,CZE,Namen weiß ich nicht mehr)

…climb the goas 2012.
Sportliche Highend Grüße
hillrunner68

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